Klavier

Heute morgen die zweite Klavierstunde. “Träumerei”. Langsam beginnen. Erst beide Hände vollständig. Nicht schnell spielen, Ungeduld. Verschenkte Zeit. Zappeliges Spiel, erst wirklich bewusst die Finger spüren. Nur soviel Handbewegung wie nötig. Effizienz. Basis für schnelles Spiel. Langsames Tempo. Erst richtige Noten. Dann richtiges Tempo. Dann richtige Betonung. Es baut aufeinander auf. Schicht auf Schicht. Zu ungeduldig. Keine Zeit zum Üben. Fühle mich schon wieder müde. Es ist kurz vor Mitternacht. Ich werde noch ein wenig spielen, mit Kopfhörern. Weiterlesen →

Die Kunst des Klavierspielens

Heute war die erste Lektion beim neuen Klavierlehrer hier in Zürich. Ich hatte in den letzten Wochen vermeintlich viel an Schumanns “Träumerei” geübt und konnte die ersten beiden Zeilen eigentlich auch schon recht gut zusammen spielen. Doch dann offenbarten sich anhand dieses Stückes einige fehlerhafte Angewohnheiten. Grundlegend zeigte er mir erstmal, dass es beim Klavierspielen weniger auf das rechte Drücken der Tasten ankommt als vielmehr auf das konzentrierte Loslassen. Denn die ganze Haltung, das Sitzen, der leicht vorgebeugte Oberkörper, die entspannten Arme und Handgelenke – all das bewirkt, dass eigentlich auf den Fingern schon Gewicht liegt. Weiterlesen →

Klavier spielen

Was bedeutet Virtuosität? Der erste Gedanke wäre wohl der, dass virtuose Bewegungen, schnelles Spiel, technisch brillantes Übersetzen, die Hände überall zugleich zu haben – dass dies alles Virtuosität an den schwarz-weißen Tasten ausmacht. Aber das ist es nicht. Virtuosität bedeutet, einen Ton genau so anzuschlagen, dass er eine bestimmte Stimmung ausdrückt. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, eine Taste zu drücken. Und im Zusammenhang einer Melodie genau die richtige Möglichkeit zu finden, diese eine Taste mit einer bestimmten Kraft, mit dem richtigen Schwung, mit dem richtigen Nachdruck zu betätigen, darin liegt das Geheimnis. Weiterlesen →