Juanita

Im letzten Raum traf ich sie – Juanita. Sie war jung und wunderschön. Ihr Vater stammte aus Panama und ihre Mutter aus Puno, einer Stadt am Titikaka-See. Sie sagte nichts, kauerte im Raum, den Blick stur geradeaus gerichtet. Sie hatte große Zähne und volle Lippen. Und sie war Bergsteigerin. Ihre letzte Tour war von Cuzco auf einen 6000er nördlich von Arequipa, sie brauchte mehrere Monate dafür. Und dann wurde sie umgebracht, als Opfer für die Götter, welche die Inka in den Bergen sahen. Weiterlesen →

Rietbergregensonntagnachmittag

Was macht der kultivierte Stadtzürcher an einem regnerisch-kalten Sonntagnachmittag? Er setzt sich ins Tram Nummer Sieben und fährt in den Süden der Stadt, vorbei am Bahnhof Enge zum Museum Rietberg. Am höchsten Punkt einer beschaulichen Parkanlage mit alten Villen befindet sich der Museumsneubau. Oberirdisch ist nur der Empfangsbereich und das Museumsgeschäft in einem quaderförmigen Glasgebäude mit markanter Musterung, Smaragd genannt. Die Ausstellungen verbergen sich in zwei Untergeschossen, welche den Oberbau flächenmäßig weit übertreffen. Weiterlesen →