Dogville

Nach der Sommerpause schaute ich mal wieder im Schauspielhaus vorbei, das Stück war Dogville nach dem Film von Lars von Trier. Regie führte Stephan Kimming. Eine junge Frau flieht unter ungeklärten Umständen und landet in einem kleinen Dorf am Fuß der Rocky Mountains. Die Bewohner sind erst skeptisch, doch der Schriftsteller Tom kann sie überzeugen, die Fremde (Grace) testweise für zwei Wochen aufzunehmen. Sie arbeitet je eine Stunde für jede der sieben Familien. Weiterlesen →

Acht Instrumente zur szenischen Arbeit

Dies ist die Essenz meines langsam zu Ende gehenden Kurses Schauspiel unter Regieanweisung. Acht Instrumente, oder sagen wir Anhaltspunkte für die Arbeit an einer Szene, sei es für Film oder Theater. Und es betrifft Schauspieler und Regisseure. Ereignisse – Was passiert in der Szene? Fakten – Lesen, Lücken füllen Verben – Regieanweisungen als Verben formulieren Bilder – Mit Bildern und anderen Sinneseindrücken arbeiten Physische Aufgabe – Primäre und parallele Tätigkeiten Arbeiten im Moment – Reagieren, improvisieren, gestalten aus dem Moment heraus Zuhören – Ganz beim Anderen sein, reagieren Fragen, fragen, fragen Mit dieser Liste kann man gut an die szenische Arbeit herangehen. Weiterlesen →

Ein idealer Gatte – Zwischenbilanz

Die Energie, die durch das Arbeiten produziert wird, ist wichtiger als alles andere. Lassen Sie sich also nicht davon abhalten, aktiv zu sein, und sei es auch unter den primitivsten Bedingungen, statt Zeit damit zu vergeuden, nach besseren Bedingungen Ausschau zu halten, die sich vielleicht nicht finden lassen. Am Ende zieht Arbeit Arbeit an. Peter Brook, Wanderjahre Wir haben in den ersten drei Monaten der Produktion Ein idealer Gatte viel erreicht. Weiterlesen →

Theater-Handlungen

Als Inspirationsquelle sammle ich hier alle Tätigkeiten, die mir für die Bühne einfallen. Ich überlege gerade, was ich meinen Schauspielern noch zu tun geben könnte für einige lange Szenen im idealen Gatten. Buch lesen Notizen machen Dialog als Telefonat Leiter reinbringen Wein einschenken Essen, trinken Massage Zeitung lesen Kämmen, Schminken Rauchen Kratzen Stricken Wolle wickeln Tisch decken Aufräumen Kleidung an- oder ausziehen Waschen, Zähne putzen Auf dem Handy was nachschauen Dehnübungen, Yoga Eis essen geht auch Weiterlesen →

Regie

Auf zu neuen Herausforderungen – ich werde Regie führen. Um nicht völlig ahnungslos vor erwartungsvollen Schauspielern zu stehen, werde ich mich autodidaktisch vorbereiten. Meine Leseliste umfasst momentan Die Odyssee des Drehbuchschreibers (Christopher Vogler) Dramatisches Schreiben (Lajos Egri) Lektionen 1: Dramaturgie (Bernd Stegemann) Lektionen 2: Regie (Nicole Grönemeyer, Bernd Stegemann) Für weitere Literaturempfehlungen bin ich offen. Spannend ist für mich die Frage nach dem Ganzen, nach dem roten Faden für eine Szene und auch für ein ganzes Stück. Weiterlesen →

Robert Gernhardt – Toscana-​​Therapie

Karin mag Yoga Gerhard mag Campari Eskalation beim Abendessen Silvia verführt Gerhard Das Stück selbst orientiert sich im Aufbau am Regeldrama. Zu Beginn werden Karin und Gerhard als leicht verstaubtes Akademikerpaar eingeführt, sie genießen die Ferien im toskanischen Landhaus ihres Freundes Dieter. Als gemeinsames Problem existieren zu diesem Zeitpunkt nur der defekte Durchlauferhitzer und Mäusedreck. Ein Anruf von Dieter dient als Katastase (erregender Moment), er kündigt seinen Besuch für das Wochenende an. Weiterlesen →

Grundkurs Stanislawski-Strasberg, 2. Lektion

Aufwärmen Wir begannen selbständig mit dem Aufwärmen, das hatte uns Marco letztes Mal mit auf den Weg gegeben. Denn das Ziel dieses Kurses ist die Selbständigkeit. Am Set oder auch beim Theater ist es nicht zu erwarten, dass jemand das Signal zum Starten gibt. Bei meinen bisherigen Laiengruppen habe ich das anders erlebt, das gemeinsame Aufwärmen war dort ein wichtiges Ritual. Aber im Profibereich kann man davon eben nicht ausgehen und muss sich notfalls allein in einer ablenkenden Umgebung aufwärmen. Weiterlesen →

Grundkurs Stanislawski-Strasberg, 1. Lektion

TEZET Oerlikon Es ist nicht weit vom Bahnhof Oerlikon, das Gemeinschaftszentrum mit der charakteristischen Abkürzung TEZET. Es befindet sich in einem altehrwürdigen Haus in einem unspektakulären Braunton. Als ich weit vor der abgemachten Zeit dort schlendern ankomme, ist nicht viel los im Zentrum. Zwei junge Mädchen in Sportsachen kichern im Keller, aber ein handgeschriebener Zettel mit großen rosa Buchstaben weist mir den Weg nach oben. Helles Treppenhaus, alles angeschrieben, geräumige Toiletten mit schwer verständlichen Symbolen für Männlein und Weiblein, ich muss mehrmals hinschauen und bin doch nicht ganz sicher, dass ich im richtigen verschwinde. Weiterlesen →