Besuch in Dresden, Militärhistorisches Museum
Zu Ostern machten wir uns auf den Weg nach Dresden, um Freunde zu treffen und dem Militärhistorischen Museum einen Besuch abzustatten.
Militärhistorisches Museum
Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr hat neben Dresden Standorte in Berlin und auf der Festung Königstein, es ist eins der größten militärhistorischen Museen in Europa.

Das Hauptgebäude wurde im 19. Jahrhundert als Arsenal gebaut, es beherbergte Geschütze, Handfeuerwaffen und Blankwaffen der Königlich-Sächsischen Armee. 1972 bezog das Armeemuseum der DDR das Gebäude, es erhielt die vorher in die Sowjetunion abtransportierten historischen Bestände zurück und erweiterte die Exponate. Die Bundeswehr übernahm das Armeemuseum, in diesem Zuge wurde es umbenannt in Militärhistorisches Museum der Bundeswehr.
In den 2000er Jahren wurde ein moderner Umbau geplant und umgesetzt, links vom Haupteingang durchzieht ein grauer Keil das Gebäude. Damit soll an die Bombardierung Dresdens im Februar 1945 erinnert werden, die Angriffsverbände flogen in Keilform über die Stadt, die Zielmarkierungen (Weihnachtsbäume) gaben das Heinz-Steyer-Stadion im Ostragehege vor, dorthin zeigt auch die Spitze des Keils. Zugleich soll aber auch die alte museale chronologische Ordnung durchbrochen werden, im neu gebauten Teil des Gebäudes werden Themen zeitübergreifend dargestellt.
Sonderausstellung: Wunderwaffen – Propaganda und Kriegstechnik im Nationalsozialismus
Die aktuelle Sonderausstellung geht auf die Wunderwaffen ein, die im Zweiten Weltkrieg propagandistisch überhöht wurden, um eine Wende im aussichtslosen Krieg herbeizusehnen. Der Begriff ist bis heute geläufig, auch im Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wurde ausführlich über vermeintlich kriegsentscheidende Waffen wie moderne Panzer (Leopard 2) und Marschflugkörper (Taurus) diskutiert.
Vergeltungswaffe 1

In der großen Halle der Sonderausstellung konnten wir mit einem Mitarbeiter ausführlicher über die Vergeltungswaffe 1 reden, offiziell Fieseler Fi 103. Dies war der erste militärisch eingesetzte Marschflugkörper, also ein unbemannter Lenkflugkörper. Wobei die Teile nicht sehr exakt trafen, die Abschussrampen wurden in Zielrichtung positioniert, die Menge des Treibstoffs bestimmte dann ungefähr die Flugweite. Ein gutes Viertel stürzte kurz nach dem Start ab. Damit konnte ein städtischer Großraum getroffen werden, das Ziel war die Demoralisierung der Bevölkerung und damit wachsender Druck auf die Regierung, den Krieg zu beenden. Geklappt hat das trotz einiger ziviler Opfer nicht.
Weitere ausgestellte Beispiele waren
- V2
- Stuka (Ju 87)
- Maschinengewehr 42
- Flak 8.8
- Panzer Tiger, siehe Film (Der Tiger)
- Schlachtschiff Bismarck
Messerschmidt 109
In einer anderen Halle wurden Waffensysteme gezeigt, die in großer Stückzahl hergestellt wurden und deshalb ein vertrauter Anblick waren.

Die Messerschmidt Bf 109 ist eines der meistgebauten Jagdflugzeuge weltweit (33.000 Stück). Mein Großvater flog auch damit seine Einsätze über der Nordsee und später an der Ostfront. Als sie Mitte der 1930er herauskam, war sie als Ganzmetall-Konstuktion und Tiefdecker technologisch führend. Durch zahlreiche Verbesserungen mit stärkeren Motoren und anderer Bewaffnung blieb die Me 109 bis zum Kriegsende einigermaßen ebenbürtig mit den Jagdflugzeugen der Alliierten.
Fazit
Unser Besuch war viel zu kurz, der Hunger zwang uns zum Abbruch nach zweieinhalb Stunden. Leider hatte das Restaurant im Haus nicht geöffnet, so dass wir weiter zur Neustadt zogen. Aber wir werden bestimmt wiederkommen.