06.08.2022

Meißen

Anlässlich einer Wanderung der Sächsischen Grünen von Meißen nach Klipphausen und Coswig erkundete ich Meißen, die Wiege Sachsens. Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück und konnte sich viel von ihrem alten Charme bewahren, da sie durch die Verlagerung des Regierungssitzes nach Dresden in einen Dornröschenschlaf fiel. Heute gelangt man vor allem mit der S-Bahn-Linie 1 von Dresden oder Coswig nach Meißen, von Leipzig eine ungünstige Verbindung.

Albrechtsburg

Wahrzeichen der Stadt ist die Albrechtsburg mit dem Dom. Sehr imposant erhebt sich der Burgberg über der Elbe und auch der Altstadt.

Eingangstor zum Jahnaischen Hof

Auf dem Weg zur Burg, an der malerischen Straße Freiheit lud uns ein älterer Herr in ein Museum ein, den Jahnaischen Adelsfreihof. Das Museum ist ein lebendiges und in Benutzung, was ich in der Form noch nicht gesehen habe. In der Küche hängen alte Pfannen und Pfannkucheneisen, aber im Regal stehen auch Teller neueren Datums, ein friedvolles Nebeneinander.

Interessant war dann auch die Diskussion, wie genau der Umgang mit Geschichte sein soll. In den Räumen sah man etliche Schichten von Wandfarbe, einige Muster waren erkennbar. Ich selbst hätte mir eine Wand komplett mit einer Farbe gewünscht, um mir das besser vorstellen zu können. Aber der Restaurator war anderer Meinung. Statt nur eine Schicht auszuwählen, wollte er lieber alles zeigen, alle Schichten, wie sie jetzt halt sind. Und das Gebäude wird bewohnt und genutzt, lebendige Geschichte also auf andere Weise.

Wappen

Am Ende besuchte ich auch die Porzellan-Manufaktur. Denn in Meißen wurde das erste europäische Porzellan gebrannt, ein großer Durchbruch damals (1710), als chinesisches Porzellan eine teure Rarität war. Heute ist Meißner Porzellan eine Luxusmarke im gehobenen Preissegment, im Museumsgeschäft kostet eine einzelne Tasse um die 90€. Aber eine tolle Führung war es, alle Schritte bei der Herstellung wurden anschaulich vorgeführt.