Vaterland, Film über Erika und Thomas Mann

Im Jahr 1949 unternimmt der gefeierte Schriftsteller Thomas Mann eine Reise durch Deutschland. Seine alte Heimat, die er 1933 verlassen musste, ist nach dem Krieg noch sichtbar zerstört, aber so langsam beginnt wieder das Leben und auch der Wettstreit der beiden Systeme.
Anlässlich des 200. Geburtstages von Goethe erhält Thomas Mann in Frankfurt einen Preis, später in Weimar ebenfalls. Hauptquellen des Films sind dann auch die beiden Reden, die er hält. Überschattet wird seine Reise (zugespitzt im Film) vom Suizid seines Sohns Klaus Mann, dies lässt ihn jedoch kalt, da er kein gutes Verhältnis zu seinem Sohn hatte. Ganz anders Erika, die ihrem Bruder innig verbunden war und kein Verständnis für ihren empathielosen Vater hat. Diese Spannung zwischen Tochter und Vater kommt in den minimalistischen Schwarz-Weiß-Bildern gut zur Geltung. Grandios auch der Auftritt von Gustaf Gründgens, dem Ex-Mann von Erika, der die Veröffentlichung von Klaus Manns Roman Mephisto verhindern möchte.