Acht Instrumente zur szenischen Arbeit

Dies ist die Essenz meines langsam zu Ende gehenden Kurses Schauspiel unter Regieanweisung. Acht Instrumente, oder sagen wir Anhaltspunkte für die Arbeit an einer Szene, sei es für Film oder Theater. Und es betrifft Schauspieler und Regisseure. Ereignisse – Was passiert in der Szene? Fakten – Lesen, Lücken füllen Verben – Regieanweisungen als Verben formulieren Bilder – Mit Bildern und anderen Sinneseindrücken arbeiten Physische Aufgabe – Primäre und parallele Tätigkeiten Arbeiten im Moment – Reagieren, improvisieren, gestalten aus dem Moment heraus Zuhören – Ganz beim Anderen sein, reagieren Fragen, fragen, fragen Mit dieser Liste kann man gut an die szenische Arbeit herangehen. Weiterlesen →

Regie führen

Zurzeit besuche ich den Kurs Schauspielen unter Regieanweisung. Das Erarbeiten einer Szene ist ein künstlerischer Prozess, bei dem verschiedene Menschen naturgemäß verschiedene Vorstellungen haben werden. Und als Regisseur darf man diesen Prozess nun lenken und gestalten. Ein wesentliches Element der künstlerischen Arbeit sind die Regieanweisungen. Ursachen vs. Effekte Wenn man sich eine Szene vorstellt, sind es vor allem die Effekte der Sätze und Situationen, welche einem präsent sind. Man ist überrascht, belustigt, erschrocken. Weiterlesen →

Jean-Paul Sartre – Die schmutzigen Hände

Autor Jean-Paul Sartre Titel Die schmutzigen Hände (Les mains sales) Regie Stefan Pucher Besetzung Robert Hunger-Bühler, Henrike Johanna Jörissen, Isabelle Menke, Johannes Sima, Milian Zerzawy, Jirka Zett Spielort Schauspielhaus Zürich (Pfauen) Inhalt Schauplatz der Handlung ist der fiktive Staat Illyrien während des Zweiten Weltkrieges, irgendwo im Osten Europas. Die Deutschen haben das Land besetzt, der Regent des Landes arbeitet mit ihnen zusammen. Aber die Rote Armee rückt vor und wird in absehbarer Zeit die Deutschen verjagen. Weiterlesen →

Neil Simon – Ein seltsames Paar

Es gibt viele Amateur-Theatergruppen in Zürich, und jetzt mit dem Theater Dreierlei eine mehr. Die meisten Leute dort kenne ich, beim Idealen Gatten letztes Jahr waren Susanne, Urs und Katharina dabei. Und mit Beat habe ich eine Weile beim ZES geprobt. Also sah ich viele bekannte Gesichter in der Bühne S beim Bahnhof Stadelhofen. Für ihre erste Produktion wählten sie sich das bekannte Boulevard-Stück Ein seltsames Paar von Neil Simon, den meisten wird die Verfilmung mit Walter Matthau und Jack Lemmon geläufig sein. Weiterlesen →

Bernard-Marie Koltès – Roberto Zuccho

Ein Serienmörder auf der Bühne, wie macht man das? Er lebte wirklich, Roberto Succo. Tötete seine Eltern, misshandelte die Leichen, entfloh aus dem Gefängnis über das Dach, verübte weitere Verbrechen, ganz oben auf der Fahndungsliste, zwei Jahre ohne Erfolg. Am Ende Selbstmord, er wollte nicht eingesperrt sein. Das Stück stammt von Bernard-Marie Koltès, einem französischen Dramatiker. Die Inszenierung von Karin Henkel war minimalistisch, poetisch, verfremdet, spielte mit der Zeit, es ging erst vor, dann wieder zurück. Weiterlesen →

Ausgespielt

Am Freitag war die letzte Aufführung von Biografie: Ein Spiel, einer sehr gelungenen Produktion. Wie so oft bin ich zufrieden, aber auch erschöpft und leer. Derzeit diskutieren wir zwar noch potenzielle weitere Termine, aber es ist gar nicht so einfach, ein Theater zu finden in den nächsten Wochen und auch die Logistik will geplant sein. Ganz zu schweigen von den Zuschauern, die wir dann auch noch motivieren müssten, uns zu besuchen. Weiterlesen →

Dramateure-Probewochenende

Recht spät war es diesmal, das erste Probewochenende der Biografie-Produktion. Wir übernachteten in der Mauserhütte in der Nähe von Schwyz. Von dort hatten wir einen herrlichen Ausblick über das Nebelmeer, welches für alle Leute unterhalb von 900 m einen trüben Tag bedeutete. Wir kommen im Stück gut voran, alle Szenen sind gestellt, jetzt hapert es vor allem am Text. Ich muss da auch Asche auf mein Haupt streuen, es ist recht viel Text für mich und ich bin noch weit davon entfernt, ihn perfekt zu beherrschen. Weiterlesen →

Anton Tschechow – Der Kirschgarten

Im Berliner Maxim-Gorki-Theater sah ich eine sehr eigenwillige Inszenierung von Tschechows Kirschgarten. Das Gorki, wie es sich kurz nennt, wurde von Theater heute zum Theater des Jahres 2014 gekürt. Es besitzt ein bunt gemischtes Ensemble und setzt schrille, zeitgenössische Akzente. Das Stück in seiner Originalfassung beschreibt den nutzlos gewordenen Adel, der sich am Schönen erfreut, aber völlig lebensuntüchtig ist. Wie der Kirschgarten am Ende abgeholzt wird, verschwindet auch der Adel von der Bildfläche. Weiterlesen →

Biografie: Ein Spiel, Erste Probe

In der aktuellen dramateure-Produktion Biografie: Ein Spiel spiele ich Hannes Kürmann, einen Verhaltensforscher, der sein Leben nochmal neu beginnen kann. Heute war die erste Probe mit meiner Bühnenpartnerin Antoinette Stein. Da unsere Beziehung für das Stück von zentraler Bedeutung ist, sprachen wir recht ausführlich über die Charaktere und auch über unsere Bühnen-Ehe. Was ist dieser Hannes Kürmann für ein Mensch? Er ist ein Verhaltensforscher, was für mich ein völlig neues Thema ist. Weiterlesen →