William Shakespeare – König Lear

Das erste Mal hörte ich von König Lear von meinem Englischlehrer Johannes Bonk, der sich immer wieder in der schulischen Theater-AG engagierte. In der Aula unseres ehrwürdigen Schulgebäudes in der Kretschmerstraße gab es eine Vorführung, nicht direkt das Stück, sondern davon inspirierte Szenen. Ich sehe noch die Landkarte vom geteilten Reich vor mir. Das war also der erste Kontakt mit diesem Stoff. Der beste Weg zum Kennenlernen von Theaterstücken ist es, sie gemeinsam mit Freunden zu lesen. Weiterlesen →

Julinarisches

Der Titel verrät es schon – Wortjongleure laden ein, verbinden gastronomischen Genuss mit dem Sommermonat Juli. die aus zürich sind eine Gruppe von Autorinnen und Autoren, die sich regelmäßig treffen, um ihre selbst verfassten Text zu diskutieren und in Schreibübungen neuen Ideen eine Form zu geben. Und gelegentlich stellen sie ihre Werke der Öffentlichkeit vor. Die Autoren trugen ihre Texte in zwei Blöcken vor, Lyrisches wurde zwei mal gelesen. Das Thema der meisten Texte war Essen, das Programm in Form einer Speisekarte formuliert. Weiterlesen →

Rainer Maria Rilke – Was mich bewegt

Man muss den Dingen Die eigene, stille, ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt, und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann; alles ist austragen – und dann Gebären… Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte. Er kommt doch! Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, Weiterlesen →

Henrik Ibsen – Ein Volksfeind

Am nächsten Donnerstag findet bei mir die nächste szenische Lesung statt, wir widmen uns dem Drama Ein Volksfeind von Henrik Ibsen. Das Stück handelt von einem Badearzt, der entdeckt, dass giftige Stoffe durch die Zuflüsse ins Bad gelangen. Er verlangt die sofortige Sanierung. Die Mächtigen der Stadt sind jedoch angesichts der hohen Kosten wenig begeistert und verweigern sich dem Vorhaben. Es beginnt ein Kampf um die Wahrheit, bei dem der Arzt schließlich alle gegen sich hat, er wird zum Volksfeind. Weiterlesen →

Die Heldenreise als Grundmuster von Erzählungen

Das Erzählen von Geschichten ist eine uralte Tradition, sie zu hören und mitzuerleben ein Grundbedürfnis des Menschen. Doch was macht eine gute Geschichte aus? Im Grunde sind die meisten Erzählungen nach dem gleichen Muster aufgebaut, der Heldenreise, dies fand Joseph Campbell durch die Analyse unzähliger Mythen heraus. Stationen der Heldenreise Ruf: Erfahrung eines Mangels oder plötzliches Erscheinen einer Aufgabe Weigerung: Der Held zögert, dem Ruf zu folgen, beispielsweise, weil es gilt, Sicherheiten aufzugeben. Weiterlesen →

Jonathan Safran Foer – Tiere essen

Man kann dieses Buch nicht so recht einordnen. Es ist autobiografisch, enthält viele Zahlen zum Thema, schildert kriminalistische Augenzeugenberichte von den Zuständen in Tiermastanlagen und Schlachthäusern, nutzt typografische Mittel für Denkanstöße und lässt auch die Fürsprecher der Fleischproduzenten zu Wort kommen. Und diese Collage aus verschiedensten Gattungen funktioniert, das Thema wird abwechslungsreich von verschiedensten Perspektiven beleuchtet. Originell zum Beispiel die Einstiegsfrage, warum wir eigentlich keine Hunde äßen, bei den vielen Streunern käme eine ganze Menge Fleisch zusammen. Weiterlesen →

Szenische Lesung – Die heilige Johanna der Schlachthöfe (Bertolt Brecht)

Die nächste szenische Lesung steht an, wir stürzen uns auf “Die heilige Johanna der Schlachthöfe” von Bertolt Brecht. In Anlehnung an Jeanne d’Arc heißt die Titelheldin Johanna Dark, sie versucht während eines Streiks der Schlachthof-Arbeiter in Chicago diesen den Glauben an Gott näher zu bringen. Ich denke, die Themen Streik und Religion sind zeitlos und Brecht immer einen Leseabend wert. Damit wir alle die gleiche Fassung haben, schlage ich das Suhrkamp-Taschenbuch vor. Weiterlesen →

Gefährliche Liebschaften (de Laclos)

Die Theatergruppe akitiv produziert aktuell das Stück Gefährliche Liebschaften von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos. Es war der Favorit unseres Regisseurs. Die Grundlage der Bühnenfassung ist der Briefroman “Les Liaisons Dangereuses” aus dem Jahr 1782. Bei der ersten Lesung mit verteilten Rollen war mein Eindruck eher negativ. Dargestellt werden Angehörige des Adels, die sich primär mit dem Verführen des anderen Geschlechts befassen. Es geht um eine Wette zwischen der Marquise de Merteuil und dem Vicomte de Valmont. Weiterlesen →

Richard David Precht – Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?

Wie kurzweilig und interessant die Beschäftigung mit philosophischen Themen sein kann, zeigt Richard David Precht in seinem Buch “Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?” Schon die Wahl der Überschrift zeigt seine unorthodoxe Herangehensweise an Philosophie, die sich dann auch durch das gesamte Buch zieht. Denn anstatt von den wichtigen Philosophen auszugehen und deren Werke zusammenzufassen, steht für ihn stets eine konkrete Frage im Mittelpunkt eines Kapitels, welche er gekonnt mit einem Philosophen und seinem Wirkungsort verknüpft. Weiterlesen →