Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis

Ein frühpensionierter Buchverleger namens Reither ist der Erzähler der Novelle Widerfahrnis. Nachdem sein kleiner Verlag nicht mehr so recht lief, hat er sich in einem idyllischen Alpental niedergelassen, in einem Wohnkomplex mit Empfang. Dort entdeckt er in der Bibliothek ein Buch ohne Titel, nur mit dem Namen der Autorin. Und während er so darüber nachdenkt, abends in seiner Wohnung, ist da plötzlich jemand vor der Tür, klingelt schließlich. Es ist Leonie Palm, die den lokalen Literaturzirkel leitet, sie kommen ins Gespräch, brechen dann unerwartet auf zu einer Tour, die schließlich bis nach Sizilien führt. Weiterlesen →

Theater als Wahrheit des Augenblicks

William Shakespeare (Chandos-Porträt) Derzeit gedenken viele Theaterenthusiasten des wirkungsmächtigsten Dramatikers aller Zeiten, William Shakespeare. Spiegel Online geht der Frage nach, Was uns Shakespeares Worte heute noch sagen, mit seinen besten Szenen und einer kurzen Analyse. Auch die ZEIT darf nicht fehlen im Reigen der Erinnerung, mit Die Nussschalenkönige. Aus diesem Artikel stammt auch das Brooke-Zitat, welches sehr gut die Doppelbödigkeit des Theaters beschreibt, und auch die Herausforderung als Schauspieler, völlig aufzugehen im Augenblick, obwohl man genau weiß, was kommt und dass es Fiktion ist. Weiterlesen →

The Grand Budapest Hotel

Ein wunderbarer Film über die Abenteuer des legendären Concierge Gustav H, mit den herrlich schrägen Charakteren, die Wes Anderson in all seinen Filmen liebevoll in Szene setzt. Ganz am Ende folgte noch der Hinweis, dass dieser Film von den Novellen Stefan Zweigs inspiriert sei. Und das stimmt, zuallererst für die verschachtelte Struktur, ganz ähnlich einer Novelle. Die äußerste Hülle bildet in der Gegenwart der Besuch einer Frau am Denkmal eines Schriftstellers, sie hält das Buch The Grand Budapest Hotel in Händen. Weiterlesen →

Weltliteratur to go

Für alle gestressten Zeitgenossen gibt es lustig umgesetzte Zusammenfassungen vieler berühmter Werke. Der Literaturwissenschaftler Michael Sommer stellt seine Videos auf YouTube und auch auf der Seite sommers-weltliteratur.de bereit. Er verwendet Playmobil-Figuren, um die wesentliche Handlung anschaulich darzustellen. Ein ganz besonders schwerer Brocken ist Ulysses von James Joyce. Er schafft es in 18 Minuten. Aber seht selbst… Weiterlesen →

Cortesi-Lesungen bei der KulTour in Baden

Die beschauliche Kleinstadt Baden, die nur 20 Bahnminuten von Zürich entfernt liegt, hat in diesem Jahr ein Kulturfestival der besonderen Art auf die Beine gestellt – die KulTour. Das Motto ist bestechend einfach, es gibt Veranstaltungen jede halbe Stunde, die jeweils 15 Minuten dauern. Danach kann man gemütlich zum nächsten Veranstaltungsort gehen. Für den gerade entstehenden zweiten Kriminalroman der Cortesi-Reihe. Der Roman spielt in Baden, die erste Leiche wird in einem verlassenen Kurhotel gefunden, genau wie es sich am Kurplatz befindet. Weiterlesen →

Gott ist tot?

Gibt es Gott? Oder nicht? Diese Frage treibt die Menschen schon seit langer Zeit. Ein Freund von mir, Tobias Grimbacher, hat sich dieser Frage ausführlicher gewidmet als ich es je tun werde und daraus ein Buch gemacht. Sechs Figuren treffen sich an der Bar und diskutieren über Gott. Und ich werde bei der Buchvernissage und -präsentation eine dieser Rollen lesen, ironischerweise einen Bischof. Denn ich bin schon vor einiger Zeit aus der Kirche ausgetreten. Weiterlesen →

Tod eines Handlungsreisenden (Arthur Miller)

Auf 3sat sah ich heute die Schlöndorff-Verfilmung des Theaterklassikers von Arthur Miller, ein bewegendes Drama über die Abgründe des amerikanischen Traums. Die Hauptrolle des alternden und zunehmend geistig verwirrten Vertreters Willy Loman spielte Dustin Hoffmann. Er ist erschöpft nach 35 Jahren als Vertreter, erfolglos und selbstmordgefährdet. Grandios die Darstellung durch Dustin Hoffmann, wie er mit kleinen Schritten läuft, gebeugt, grundlos ausrastet, in Erinnerungen versinkt, Selbstgespräche führt, nicht mehr richtig da ist. Weiterlesen →

William Shakespeare – König Lear

Das erste Mal hörte ich von König Lear von meinem Englischlehrer Johannes Bonk, der sich immer wieder in der schulischen Theater-AG engagierte. In der Aula unseres ehrwürdigen Schulgebäudes in der Kretschmerstraße gab es eine Vorführung, nicht direkt das Stück, sondern davon inspirierte Szenen. Ich sehe noch die Landkarte vom geteilten Reich vor mir. Das war also der erste Kontakt mit diesem Stoff. Der beste Weg zum Kennenlernen von Theaterstücken ist es, sie gemeinsam mit Freunden zu lesen. Weiterlesen →

Julinarisches

Der Titel verrät es schon – Wortjongleure laden ein, verbinden gastronomischen Genuss mit dem Sommermonat Juli. die aus zürich sind eine Gruppe von Autorinnen und Autoren, die sich regelmäßig treffen, um ihre selbst verfassten Text zu diskutieren und in Schreibübungen neuen Ideen eine Form zu geben. Und gelegentlich stellen sie ihre Werke der Öffentlichkeit vor. Die Autoren trugen ihre Texte in zwei Blöcken vor, Lyrisches wurde zwei mal gelesen. Das Thema der meisten Texte war Essen, das Programm in Form einer Speisekarte formuliert. Weiterlesen →