24.04.2022

Museum für Druckkunst

Nicht weit von meiner Wohnung befindet sich das Museum für Druckkunst, ein unscheinbares Gebäude ganz in der Nähe des markanten Industriedenkmals Sächsische Wollgarnfabrik. Doch im Inneren wartet die ganze Welt der Druckkunst darauf, von neugierigen Besucher:innen entdeckt zu werden.

Lettern aus einer Bleilegierung

Den Schwerpunkt bildet der Hochdruck mit Metall-Lettern, jenem von Johannes Gutenberg entdeckten Verfahren, welches von 1450 bis ins 20. Jahrhundert den Buchdruck dominierte, immerhin um die 500 Jahre. Im ersten Stock erhielten wir sogar eine Privatführung, der Mitarbeiter goss vor unseren Augen eine Letter mit flüssigem Blei. Vorher braucht man einen Stahlstempel mit der Buchstabenform (Patrize), mit dem man die Matrize einkerbt – in diese fließt dann das flüssige Blei und erstarrt relativ schnell zur festen Letter.

Maschine zur Druckvorbereitung

Seit der Industrialisierung wurden nun mehr und mehr Schritte automatisiert und mechanisiert, durch riesige Maschinen, welche bestimmte Schritte übernahmen und so den Durchsatz immer mehr steigerten.

Original Heidelberg

Ein weiteres Verfahren ist der Flachdruck, der eher für Grafiken angewandt wurde. In einen Stein wird das Muster eingeätzt, die Farbe bleibt dann beim Aufwalzen auch nur in diesen Bereichen hängen und geht bei hohem Druck ins Papier über.

Maschine zum Flachdruck

Um 1900 gab es dann sogar schon Lochkarten, jede Zeile entsprach einem Buchstaben oder Leerzeichen. Damit konnte die Herstellung der Lettern für eine komplette Buchseite automatisiert werden.

Lochkarte

Ich kann dieses Museum wärmstens empfehlen, besonders am Sonntag erhält man eine intensive Betreuung. Und im Museums-Laden gibt es auch Bleilettern aller Art, Poster und Bücher zum Thema.