Rückblick 2020

Nun endet wieder ein Jahr, Zeit für meinen persönlichen Rückblick auf 2020. Vor einem Jahr feierte ich Silvester mit Darmstädter Freunden, wir aßen, spielten, schauten uns das Feuerwerk kurz am Fenster an. Das alles erscheint jetzt so fern, lag vor dem Beginn der Pandemie in Deutschland im März.

Exodus und Heimarbeit

Wenn ich einen Moment benennen müsste, als es für mich spürbar und ernst wurde, dann war das jener 16. März. Auch Hessen hatte die KiTas und Schulen geschlossen, ich kam gewohnt spät zur Arbeit bei wer denkt was und bemerkte, dass ein Großteil meiner Kollegen nicht mehr im Büro, sondern nach Hause umgezogen war. Auch mir bot Robert (Geschäftsführer) das an. Ich weiß noch, dass ich sehr skeptisch war, da ein VPN-Versuch meinerseits einige Tage zuvor nicht funktioniert hatte. Ich sah mich schon wieder ins Büro kommen, dieser neuen unbekannten Gefahr ausgesetzt.

Aber die Firma war gut vorbereitet, hatte einige dieser magischen gelben Kästchen besorgt, die eine VPN-Verbindung ermöglichten. Ich brauchte noch einen Windows-Rechner für ein Kundenprojekt, packte also zwei Rechner, einen Bildschirm und ein paar Kabel zusammen, ein Kollege fuhr das netterweise in seinem Auto zu mir, ich folgte mit dem Fahrrad. Ich stöpselte alles zusammen, es funktionierte, am nächsten Tag hatten wir unser gewohntes tägliches Treffen über Video-Konferenz. Und nach einigen Anlaufschwierigkeiten ging das erstaunlich gut.

Seither arbeite ich daheim, war für den neuen Job nur einmalig am 1. September in Berlin.

Umzug nach Leipzig

Schon Anfang des Jahres trug ich den Entschluss in mir, nach Leipzig umzuziehen. Die Sanierungsarbeiten gingen voran, der ursprünglich anvisierte Endtermin (September 2019) wurde mehrfach verschoben, es war schon auch ein bisschen anstrengend, da keine Planungssicherheit zu haben. Und ohne Job wollte ich auch nicht umziehen. Im Februar begann ich mit ersten Bewerbungen, hatte einen ersten Termin bei einer Leipziger Firma. Ich sagte es meinem Chef, was mir nicht leicht fiel. Der Termin für das Vorstellungsgespräch war am 6. März, ich fuhr hin, die Personalerin begrüßte mich ohne Handschlag, die Pandemie warf ihre Schatten voraus. Sie sagten mir dann auch ab, da die Situation in den kommenden Wochen wenig planbar war für Unternehmen.

Somit stand ich ohne Perspektive auf eine neue Arbeit da, gleichzeitig hatte ich aber die Leinen schon gekappt, etwas ungünstig, die Situation. Ich suchte dann etwas weiträumiger auch in Berlin, bewarb mich bei Zattoo und der Deutschen Bahn. Letztere Bewerbung führte zwar auch zu einer Absage, dafür erhielt ich aber ein Angebot für eine andere Stelle. Die Bewerbungsgespräche konnte ich auch komplett von daheim bestreiten, sehr bequem und letztendlich erfolgreich. So hatte sich unverhofft doch noch eine neue Stelle gefunden, noch dazu in einem Unternehmen, das gut zu meinen grünen Werten passt.

Ende Mai war dann der Vertrag unterschrieben, mein Abschied von der alten Firma besiegelt und ich hatte mir auch noch den August als Zwischenmonat zur freien Verfügung gesichert. Und so kündigte ich auch die Wohnung, organisierte mir ein Umzugsunternehmen, fing im Juli an zu packen. Ein großer Umbruch, neuer Wohnort, dennoch auch eine Art Heimkommen durch die neue Familiennähe. Es war dann ein relativ entspannter Sommer mit ersten Begegnungen am neuen Ort.

Ischgl

Ende Januar war ich in Ischgl mit Darmstädter Freunden zum Skifahren. Es war vor dem Ausbruch der Pandemie in Europa, wir diskutierten angeregt über die steigenden Fallzahlen in China. Jetzt im Rückblick weiß ich, dass sich das Virus damals schon ausbreitete und Ischgl als Corona-Schleuder europaweit traurige Berühmtheit erlangen sollte. Der Skiurlaub selbst gefiel mir nicht so gut, ich war nie ein sehr ambitionierter Skifahrer gewesen, habe gelegentlich Spaß dran, aber diese langen Talabfahrten über eisige Pisten im dichten Gedränge, das gab mir den Rest. Als ich meine Leih-Ski abgab, war ich erleichtert und kann mir auch im Moment schlecht vorstellen, nochmal so einen Urlaub zu machen.

Burgenstraße

Im Sommer luden mich dann zwei Schulfreunde zu einer Fahrradtour ein, entlang der Burgenstraße. Abgesehen von Mannheim und Heidelberg waren das auch neue Orte für mich, die wir bei hohen Temperaturen auf dem Sattel bereisten. Endpunkt war dann nach knapp zwei Wochen Nürnberg.

Hobbies

Bezeichnenderweise hatten wir mit Kopfkino einen Auftritt am Samstag, 14. März. Noch am Freitag vorher gab es keinen einzigen Corona-Fall in Darmstadt, am Samstagnachmittag wurden die ersten positiv getesteten Leute verkündet. Wir traten trotzdem auf im Agora, mit Abständen zwischen den Zuschauerplätzen, aber auch mit dem Gefühl, dass dies der letzte Auftritt für lange Zeit ist.

In Leipzig habe ich dann ziemlich schnell eine Gruppe finden können, jedoch habe ich bislang nur die Regisseurin persönlich getroffen. Ich werde voraussichtlich dabei sein bei einer der nächsten Produktionen, aber die Planungen sind natürlich alle unter Vorbehalt.

Fasten

Über Ostern habe ich mehrere Tage gefastet (Heilfasten), das hätte ich mir vorher auch nicht so wirklich vorstellen können. Bisschen saftlos war ich da schon, aber erstaunlich, dass man so lange ohne feste Nahrung aushält.

Technisches

Durch den Jobwechsel habe ich dieses Jahr ziemlich viele Projekte angefasst, mit so unterschiedlichen Technologien wie

  • Visual Basic in einem Legacy-Projekt
  • C# als Server-Sprache, fühlt sich wieder gut an
  • Vue JS als zweites Frontend-Framework
  • Angular immer wieder gerne
  • Cordova für das Bauen von Angular-Apps für Mac und Android
  • SQL Anywhere als wenig bekanntes Datenbank-System mit dem sehr praktischen KEY JOIN

In beiden Jobs konnte ich auch neue Sachen ausprobieren, so beschäftigte ich mich in Grundzügen noch mit