Agil skaliert

Heute habe ich mal wieder eine Prüfung absolviert, am Computer tickten 90 Minuten runter, um etliche Fragen zu beantworten, alles mit der Maus auswählbar. Thema war das Scaled Agile Framework 5.0 (SAFe), mit dem ich mich berufsbedingt auseinandersetzen durfte. Ich habe es geschafft, bin jetzt SAFe-zertifiziert für ein Jahr.

Mir erschien das Ganze als ein Bündel aller aktuellen Methoden und Begriffe, die man in der flotten Software-Welt von heute braucht. Und da ich bereits bei dem einen oder anderen Unternehmen tätig war, konnte ich agiles Arbeiten auch schon in verschiedenster Ausprägung erleben. Nun trägt sich die DB Netz AG mit dem Wunsch, agiler zu werden, beweglicher und damit auch kosteneffizienter. Und deshalb reicht es nicht, bei ein paar Teams Scrum einzuführen, sondern es braucht einen unternehmensweiten Transformationsprozess, wie ihn SAFe anbietet.

Am Anfang war der Wasserfall

Im Grunde arbeiten wir bisher in weiten Teilen nach dem Wasserfall-Modell mit den Phasen 1. Anforderungen 1. Entwurf 1. Implementierung 1. Testen/Abnahme 1. Wartung

Bei großen Projekten geht das dann Monate oder gar Jahre und kostet Millionen, mit der Gefahr, dass am Ende nicht das herauskommt, was man wollte. Deshalb hat sich in der Software-Entwicklung der agile Ansatz durchgesetzt, welcher im Wesentlichen kurze Entwicklungsphasen (Sprints, Iterationen) vorsieht, in denen aber dennoch etwas Vorzeigbares rauskommen soll, was am Ende vorgeführt werden kann. Zudem legt das Team fest, wie viele Aufgaben es sich für eine Iteration vornimmt, diese werden dann idealerweise auch nicht angetastet während dieses Zeitraums.

Agiles Vorgehen in Iterationen

SAFe skaliert dieses Vorgehen nun für ein größeres Unternehmen. Mehrere Teams arbeiten synchron an einem größeren Projekt, zusätzlich zu den im Regelfall zweiwöchigen Team-Sprints gibt es aller zwei bis drei Monate ein Program Increment Planning, also ein größeres Treffen aller Beteiligten zum Planen der nächsten Phase.

Ganz weit oben auf der Top-Management-Ebene läuft in ganz ähnlicher Manier das Lean Portfolio Management, die strategischen Visionen des Unternehmens werden abgestimmt mit den Vorhaben und Budgets. Im Grunde gibt es mit SAFe ein Zielbild, wohin es gehen könnte und einen Werkzeugkasten mit Begriffen und Methoden, um sich auf den Weg zu machen.