Leipzig-Plagwitz

Da ich ganz neu in Leipzig bin, entdecke ich neben meinem neuen Heimatviertel Lindenau auch die angrenzenden Viertel wie Plagwitz. Einen Einblick in die spannende und wechselvolle Geschichte erhielt ich bei einem geführten Spaziergang durch das historische Plagwitzer Bahnhofsgelände.

Organisiert wurde der Rundgang durch das Büro der grünen Landtagsabgeordneten Claudia Maicher. Wir trafen uns im Außenbereich des Grünen Raums am Kanal. Im Garten gab es die obligatorischen Kontakt-Zettel und kühle Getränke.

Skateboarder in einer ruhigen Straße
Skateboarder in einer ruhigen Straße

Der sächsische Unternehmer und Politiker Carl Erdmann Heine erwarb einigen Grundbesitz in Plagwitz, ließ einen Kanal ausheben und eine Eisenbahn anlegen. Damit verwandelte sich Plagwitz im späten 19. Jahrhundert von einem kleinen Dorf vor den Toren Leipzigs zu einem bedeutenden Industriezentrum, die Bevölkerung stieg auf mehrere Tausend an. 1891 wurde Plagwitz dann eingemeindet.

Industriegebäude mit Graffiti
Industriegebäude mit Graffiti

Auch zu DDR-Zeiten behielt Plagwitz seinen industriellen Charakter, es wurde jedoch nur wenig in die Modernisierung investiert. Auf die Wendezeit folgte eine immense Deindustrialisierung, ein Großteil der Industriearbeitsplätze (90%) fielen innerhalb weniger Jahre weg. Die Freiräume wurden genutzt, Brachflächen umgenutzt, kreative Läden und Werkstätten entstanden in alten Fabrikgebäuden.

Alte Industrieanlage
Alte Industrieanlage

Mittlerweile gilt Plagwitz als hipper Stadtteil für junge Familien, immer mehr Häuser werden saniert, die Mieten steigen, Gentrifizierung. Ganz in der Nähe vom Plagwitzer Bahnhof haben sich IT-Firmen angesiedelt (Sage, e2m). So bleibt Leipzig eine Stadt im Wandel mit kreativen Freiräumen.