Sagt ihre Namen

Gestern im Darmstädter Staatstheater – vor dem Beginn des Musicals Catch me if you can treten zwei Schauspieler vor den geschlossenen Vorhang, wenden sich ans Publikum mit einer bewegenden Ansprache nach dem rassistisch motivierten Terrorakt in Hanau. Das ist nicht weit von hier, vielleicht 30 Kilometer nördlich. Es ist eine kleine Stadt, könnte im Grunde überall sein. Die beiden Schauspieler lasen die Namen der Getöteten vor, ihre Geschichte, soweit bekannt. Diesem Beispiel möchte ich mich gerne anschließen. Denn leider sind diese Menschen, deren Eltern oder Großeltern nach Deutschland kamen, nicht sehr präsent, obwohl sie hier geboren wurden, hier aufgewachsen sind, hier leben, arbeiten, lieben und träumen.

Ferhat Ü, 22 Jahre
ausgebildet als Heizungs- und Sanitärmechaniker, lebensfroh, mochte Techno und Hip-Hop, war oft mit Freunden in der Arena-Bar
Gökhan G, 37 Jahre
Maurer, wollte sich verloben, Kellner in einer der Bars
Mercedes K, 35 Jahre
Romni aus Polen, Mutter zweier Kinder
Sedat G, 30 Jahre
Besitzer der Midnight-Bar, des ersten Tatorts
Hamza K, 20 Jahre
Bosnier
Kalojan W, 32 Jahre
Said Nessar El H, 21 Jahre
Vili Viorel P, 23 Jahre