Frankfurt-Ausflug

Das Ferngespräch muss ich unterbrechen, in letzter Minute zur Straßenbahn, Zeit am Bahnhof, viel Platz oben in der Regionalbahn nach Frankfurt. Am Bahnhof wartet mein alter Mitbewohner, wir schlendern durch einen Frühlingssonntagnachmittag am Main entlang und durch die neue Altstadt, rätseln über einen Strauch mit weiß-roten Blüten am MainNizza, der Main steht hoch, die alte Handelsroute auf einem Hochweg, Lehrveranstaltungen in Frankreich, Fahrradpolitik, ein schöner Austausch.

Blick über Frankfurt
Blick über Frankfurt

Andere Menschen am Museum, die Führung eine andere als ich auf der Homepage gesehen hatte, Gesten statt Geheimnis.

Der Daumen nach oben, woher kommt das? Keiner hat eine Idee, ich werfe römische Gladiatorenkämpfe in den Raum, aber nicht ganz, ursprünglich die geschlossene Hand als Zeichen des Verschonens, das Schwert bleibt versteckt, später beim Verfilmen unpraktisch da nicht sichtbar, Kameraleute ändern die Geste, der Daumen nach oben entsteht. Auch beim Victory-Zeichen fällt mir sofort Winston Churchill ein, das hatten wir mal in einem Sketch im Englisch-Leistungskurs eingebaut. Es war aber ein belgischer Politiker, der das als gemeinsames Zeichen gegen Nazideutschland ins Leben rief, später übernommen von Churchill. Wohl auch eine Schmähung der englischen Bogenschützen zu den Franzosen, beide Finger noch dran und bereit zum Absenden der Pfeile. Ist spannend, wo das alles herkommt, Gesten mit einer ganz bestimmten Bedeutung, die anderswo total anders sein kann.

Das Geheimnis konnte uns dann weniger überzeugen, bekannte Dinge, persönliches Geheimnis, Staatsgeheimnis, Privatsphäre, Big Data. Und auch wenig interaktiv, das war bei den Gesten schöner gemacht, ist aber auch ein dafür besser geeignetes Thema.