Rückblick 2018

Einen kleinen Rückblick auf 2018 möchte auch ich wagen, dieses gerade vergangene Jahr nochmals vorüberziehen lassen. Subjektiv habe ich ja meist den Eindruck, dass nicht viel passiert, dass die Zeit einfach verfliegt. Aber bei genauerem Hinsehen ist da doch eine Menge passiert, viele neue Menschen traten in mein Leben, traurige Abschiede waren auch dabei.

Familie

Der bewegendste Moment war der Abschied von meinem leider sehr plötzlich verstorbenen Onkel Raimund im September. Er wurde 67, hatte gerade angefangen, sich in Nossen sein Rentnerdasein einzurichten. An diesem sonnigen Tag im September versammelten sich um die 50 Menschen auf dem Friedhof in Mittweida, natürlich Familie, aber auch Bastler-Kollegen aus Nossen, frühere Wegbegleiter aus Mittweida, Studienfreunde. Ich war oft mit ihm klettern gewesen, gern erinnere ich mich, wie er mich zu meinem ersten Vorstieg im Elbsandsteingebirge ermutigte, wodurch ich dann später selbst viele Freunde mit zum Klettern nehmen konnte.

Ebenso verstarb die Schwester meines Großvaters, Charlotte, sie wurde 99 Jahre alt. Sie war eine gütige Frau, die mich oft unterstützte, so gab es für meinen USA-Aufenthalt 2002 einen großzügigen Beitrag, durch den ich das Ganze sehr entspannt angehen konnte.

Die Begegnungen mit meinen Verwandten waren mir wichtig, ein fester Anker in meinem durch Umzüge und Umbrüche geprägten Leben. Einige haben mich besucht hier in Darmstadt, wofür ich sehr dankbar bin.

Theater

Im Januar sah ich auf der Homepage der Neuen Bühne, dass Statisten für Der Name der Rose gesucht würden, der Theaterfassung des Filmklassikers. Ich ging hin und wurde genommen. Es begann meine bisher professionellste Produktion, mit mehr Durchlauf- und Endproben als jemals zuvor. Und ich war zwar nur ein Statist, aber als Soldat in der zweiten Hälfte hatte ich reichlich Bühnenpräsenz und anspruchsvolle physische Szenen mit Gefangenen und Ketten. Der heiße Sommer tat ein Übriges, noch nie habe ich während einer Theateraufführung so geschwitzt wie während des Inquisitionsprozesses, mit Stahlhelm, Kettenhemd über dem Kopf und schwarzem Umhang. Es war schön, in einem so professionellen Rahmen auf der Bühne zu stehen, mit einem komplexen, anspruchsvollen Stück. Nach zwölf Aufführungen war im Sommer erst mal Schluss.

Ein Versuch, im kleineren Rahmen einen Tschechow-Einakter zu inszenieren, ist nicht weit vorangekommen. Vielleicht nächstes Jahr.

Im Herbst machte ich außerdem noch einen Impro-Theater-Kurs an der Volkshochschule. Und daraus entwickelte sich eine kleine Gruppe, mit der ich jetzt aller zwei Wochen Impro-Theater mache. Im Dezember war ich dann auch auf der Bühne, im Rahmen der Newcomerstage im HoffART-Theater.

Als Zuschauer haben mich auch einige Vorstellungen inspiriert, Kafkas Verwandlung in Frankfurt, Faust und Moby Dick in Darmstadt.

Sport

Durch die Laufgruppe und eine Nachbarin war ich im Schnitt einmal pro Woche laufen und habe eine gewisse Grundform. Mein Rekord waren 10 Kilometer in 58:34 im Oktober.

Daneben ging ich regelmäßig bouldern und klettern, fühle mich als Genuss-Kletterer im mittleren Bereich. Ab und zu wandern war ich auch, absoluter Höhepunkt war eine Klettersteig-Tour in den Dolomiten.

Politik

Ich bin seit November Mitglied der GRÜNEN, war bei einer Versammlung des Kreisverbands und sogar bei der Landesmitgliederversammlung, bei welcher über den Koalitionsvertrag mit der CDU auf Landesebene abgestimmt wurde. Es ist mir wichtig, für meine Überzeugungen einzustehen und ein Zeichen zu setzen für nachhaltige Politik und gegen Rechtspopulismus.

Software

Zweites komplettes Jahr bei CONWEAVER, immer noch schön, so nah von daheim zu arbeiten. Meine Tage beginnen entspannt mit einem Spaziergang durch den Herrngarten, bevor ich dann beim Landesmuseum die vielbefahrene Bleichstraße überquere und die letzten Meter zum Büro zurücklege. Dieses Jahr war der Friedensplatz eine Baustelle, weshalb ich meist über den Parkplatz bei der Schleiermacherstraße lief.

Gelernt habe ich einiges. Unser nun nicht mehr so ganz neues Framework, welches auf Angular basiert, ist mittlerweile bei mehreren Projekten im Einsatz. So richtig fertig und abgeschlossen wird das Ganze nie sein, ständig kommen neue Anforderungen rein, welche mit den aktuellen Komponenten noch nicht umsetzbar sind. Es ist immer wieder eine Diskussion, ob ein an mich herangetragener Wunsch nun ein Fehler (Bug) ist, die Erweiterung einer existierenden Komponente oder leichter durch eine kundenspezifische Komponente gelöst werden kann.

Aber letztlich hänge ich so in den Kundenprojekten mit drin, da meine Änderungen ausschlaggebend dafür sind, ob und wann Änderungswünsche umgesetzt werden können. Zusätzlich habe ich noch einen Prototypen für einen Neukunden gestaltet, eine komplette Applikation, mit einfachen Beispieldaten. So muss ich gelegentlich zwischen drei oder vier laufenden Projekten hin- und herschalten, was etwas anstrengend ist, wenn ich mich gerade in ein Problem hineingedacht habe. Es ist ein Balanceakt zwischen Abgrenzung und schneller Hilfe. Wird bei zunehmender parallel laufender Projektanzahl sicherlich auch nicht einfacher.

Technisch habe ich mich mit Diagrammen, RxJS, Routing, Internationalisierung und vielen anderen Dingen beschäftigt, alles in der Angular-Welt. Im Sommer durfte ich auch an der hiesigen enterJS teilnehmen, um über den Tellerrand meines Unternehmens hinauszuschauen. Ich gewann dort den Eindruck, dass wir gut aufgestellt sind mit unseren technischen Entscheidungen.

Insgesamt scheint es 2018 einen Trend weg von Angular und hin zu React und Vue zu geben, sichtbar zum Beispiel in der Umfrage State of JavaScript 2018. Aber ich bin nach wie vor Fan von Angular, was für komplexe Applikationen eine gute Wahl ist und sehr viele Dinge mitbringt. Außerdem wird es demnächst einen neuen Renderer (Ivy) geben, welcher schnelleres Bauen und kleinere Paketgrößen ermöglicht. Am Ende habe ich mich wohl mittlerweile an die vielen kleinen Tücken gewöhnt, genieße die Fortschritte mit jeder Version und kann die meisten Sachen schnell und effizient umsetzen.

Blog

An diesem Blog habe ich auch fleißig gearbeitet. Im Laufe des Jahres habe ich sämtliche Bilder von flickr auf lokal umgestellt, was mir mehr Freiheit bei deren Einbindung gibt. Außerdem gibt es jetzt eine Seite zum Datenschutz und ich habe sämtliche Cookies entfernt, was auch einen Abschied von Google Analytics bedeutete. Änderungen am Erscheinungsbild gab es öfters, zuletzt habe ich mit den Klimastreifen einen neuen Hintergrund eingebaut, was Auswirkungen auf den Kopf- und Fußbereich hatte.