Michelle Obama – Becoming

Zum Jahresausklang noch ein Buchtipp – Becoming von Michelle Obama. Sie erzählt ihre Lebensgeschichte bis zu diesem Innehalten im neuen Haus nach den Strapazen von acht Jahren im Weißen Haus. Ich habe es wirklich gern gelesen, die 500 Seiten flogen an mir vorbei mit einer ganz besonderen Lebensgeschichte.

Michelle Obama wuchs im Süden von Chicago auf, in einfachen Verhältnissen und einem Viertel, welches sich im Lauf ihrer Kindheit und Jugend langsam veränderte, immer mehr der gut Verdienenden zogen weg in die Vorstädte. Ihre Eltern ermöglichten ihr vieles, trotz knapper Mittel. Bewegend die Stelle, als sie selbst einen freiwilligen Französisch-Kursaufenthalt in Paris verschweigt, um das Familienbudget nicht zu belasten. Ihre Eltern bekommen es über andere Eltern trotzdem mit, und finanzieren ihr die Reise. Wie auch später das Studium in Princeton und Harvard.

Im Gegensatz zum intellektuell-chaotischen Barack war Michelle immer gut organisiert und ordnungsliebend. Doch schon früh in ihrem Leben erfuhr sie die unplanbare Natur eines politischen Lebens, da sie sich oft bei einer Schulfreundin aufhielt, der Tochter von Jesse Jackson.

Ihre Karriere begann bei Sidley & Austin, wo sie als Anwältin arbeitete. Dort traf sie auch Barack Obama. Auf den ersten Blick ein Traumjob, Kostüm, Wolkenkratzer, Büro mit Blick über den Lake Michigan. Schon dort versuchte sie, bei der Auswahl von Bewerbern eine höhere Diversität zu erreichen. Aber der Job machte sie nicht glücklich. Sie hinterfragte ihre Bilderbuchkarriere, streckte die Fühler aus, und wechselte zur Stadtverwaltung, um für deutlich weniger Gehalt einer erfüllenderen Arbeit nachzugehen.

Inzwischen macht Barack Obama politisch Karriere, wird in den Senat des Staates Illinois gewählt. Für Michelle bedeutet das, unter der Woche allein auf die Kinder aufzupassen und damit eine relativ große Last zu tragen. Bewundernswert, das alles unter einen Hut zu bringen. Und dann gab es kein Halten, Präsidentschaftswahlkampt mit etlichen Auftritten, kleinen Schnitzern, die gnadenlos aufgebauscht wurden vom politischen Gegner, plötzlich eine Person des öffentlichen Lebens sein, mit all den Anfeindungen, frauenfeindlichen und rassistischen Kommentaren, aus dem Kontext gerissenen Zitaten – kein leichtes Leben.

Ein inspirierendes Buch, das ich wärmstens empfehlen kann.