Zürich

Es war ein schöner Ausflug nach Zürich, in die alte Heimat. Anlass war die Aufführung der Gefährlichen Kurve der Dramateure.

Frankfurt am Main
Frankfurt am Main

Die kleine Reise führte mich wie so oft zuerst nach Frankfurt, dort stieg ich in den vertrauten ICE 77, der bis Zürich durchfuhr. Mit ganz leichter Verspätung kam ich am HB an, wo schon der Dietmar auf mich wartete. Gemeinsam mit einem Arbeitskollegen von ihm aßen wir im Tenz, die Preise schockierten mich diesmal richtig, was nur durch meine lange Abwesenheit zu erklären war. Danach zu Fuß quer durch Zürich zum Niederdorf, wo wir letztlich im Barfüsser hängen blieben. Schockierende, nicht ganz ernst gemeinte Gespräche, extreme Positionen, Überleben in der Wildnis, eine seltsame Richtung nahm unser Gespräch, beflügelt durch Wein und Bier.

Den Samstag startete ich in der Bäckerei Gnädinger mit einem alten Arbeitskollegen, der mir von der neuesten Restrukturierung berichtete. Danach war noch etwas Zeit bis zum nächsten Treffen, so schlenderte ich durch den Irchelpark, an dem ich wohnte, mein Ersatzbalkon.

Irchelpark
Irchelpark

Nachmittags Besuch bei einer befreundeten Familie, ein überraschend pflegeleichtes Kind und extrem glückliche Eltern – sah alles sehr entspannt aus.

Am Abend schließlich der Theaterbesuch, im Gemeindesaal der Pfarrei Allerheiligen. Das Kellertheater im Gemeinschaftszentrum Buchegg war aus feuerpolizeilichen Gründen gesperrt, weshalb die Dramateure ausweichen mussten. Im Stück geht es um die Abgründe innerhalb einer Verlegerfamilie, um Schein und Sein, das Wecken schlafender Hunde. Eine Schriftstellerin ist zu Besuch und lobt die harmonische Gemeinschaft. Ihre Frage, was genau damals mit dem verstorbenen Bruder geschah, löst betroffenes Schweigen aus, und ein ganz besonderes Zigarettenkästchen setzt eine Frage- und Geständnisspirale in Gang, an deren Ende nichts mehr bleibt von der glücklichen Fassade.

Wenn ihr wissen wollt, wie Martin Caplan wirklich starb, geht doch in eine der Januar-Aufführungen im Theater Stok.

Zürich-Witikon
Zürich-Witikon

Die letzte Station meiner Reise war Witikon und das Haus, in dem meine erste Wohnung war. Mit Hubers, der nettesten Hauswartsfamilie, die man sich vorstellen kann, aß ich zu Mittag, anschließend setzten wir uns auf den Balkon, die Herbstsonne lockte. Dessert und Kaffee auf dem Balkon, auf dem ich auch damals saß, Ende Juni 2005, kurz nach der langen Fahrt von Dresden nach Zürich mit meinen Siebensachen. Papa war dabei, und Hubers hießen uns willkommen mit einem Apero auf dem Balkon. Und so schloss sich dieser Kreis, bevor ich zurück in den Norden fuhr.

Unglaubliches geschah bei meiner Rückreise, der SBB-Zug blieb nach 200 Metern stehen, Lokschaden, irreparabel, wir mussten in den TGV wechseln, ich verpasste meinen Anschluss in Basel.