Glasgow

Nach einem großen Bogen durch den Norden Schottlands mit unserem netten Busfahrer waren wir nunmehr im dichter besiedelten Süden unterwegs und konnten uns auf öffentliche Verkehrsmittel verlassen. Von Oban nahmen wir den Zug nach Glasgow, gemütlichen Tempos brachte er uns in die größte Stadt Schottlands.

Straßenszene in Glasgow
Straßenszene in Glasgow

Das Hotel lag mitten im Zentrum, nicht weit von der Gallery of Modern Art (GoMA). Im Programm enthalten war eine zweistündige Führung durchs Zentrum, am Folgetag hatten wir dann Gelegenheit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

Glasgow ist eine Stadt im Umbruch, wirkt lebendig und ungekünstelt, auch ein wenig schmutzig. Der Niedergang der einst so erfolgreichen Schwerindustrie ist ein schweres Erbe, nirgends sonst in Europa liegt die Lebenserwartung so niedrig, was unter dem Namen Glasgow-Effekt untersucht wurde. Die genauen Ursachen lassen sich nicht eindeutig zuordnen, Armut und Deindustrialisierung allein können es nicht sein. Es kommen wohl viele Faktoren zusammen, darunter die langen Winter, der Vitamin-D-Mangel und auch Gifte im Boden.

Aber davon haben wir wenig bemerkt, die Innenstadt ist voll von schick angezogenen Party-Gängern, die Läden werden gut besucht und die Leute sind nett und hilfsbereit. Außerdem wird hier guter Fußball gespielt, gleich zwei Stadtmannschaften mischen mit in der Schottischen Liga, Celtic und Rangers.

Kelvingrove Art Gallery and Museum
Kelvingrove Art Gallery and Museum

Unser erstes Ziel war Kelvingrove, eine Kunstausstellung in einem prachtvollen Gebäude. Errichtet wurde die Galerie 1901, als es Glasgow richtig gut ging, um die ausufernde Sammlung an Kunstschätzen unterzubringen. Besonders beeindruckt haben mich Dali’s Bild der Kreuzigung Jesu und Anna Pavlova, ein wunderschönes Porträt der berühmten Ballett-Tänzerin.

Wunderschönes Graffiti an einem Haus
Wunderschönes Graffiti an einem Haus

Außerdem gab es eine Ausstellung über Charles Rennie Mackintosh, dem prominentesten Vertreter der Glasgow School. Gemeinsam mit seiner Frau Margaret MacDonald Mackintosh prägte er den Jungendstil in Glasgow, mit Gebäuden, Möbeln und Kunstausstellungen. Eine interessante Parallele zu Darmstadt, das zur gleichen Zeit ebenfalls eine Hochburg dieser neuen Kunstrichtung war.