Informationsabend für Theaterwerkstatt

Das hiesige Staatstheater bietet einige Mitmach-Angebote, für mich relevant eigentlich nur die Theaterwerkstatt für Erwachsene. Nachdem ich letztes Jahr zu spät dran war, hatte ich mir den Termin für diese Spielzeil rechtzeitig notiert und fand mich pünktlich am Künstlereingang des Staatstheaters ein.

Welch ein Andrang, mindestens hundert Leute tummelten sich am Eingang, alle mussten sich in eine Liste eintragen, damit im Brandfall der Überblick gewahrt blieb. Ein Teil stellte sich als Chor heraus, aber nach den anfänglichen Irritationen waren es immer noch an die 70 Leute, die in einem länglichen Raum Platz nahmen, auf Hockern und Kissen, viele standen auch.

Dann kamen die Ansagen von Nike-Marie Steinbach, sie möchte das Stück Yvonne, die Burgunderprinzessin von Witold Gomrowitcz inszenieren. Beim Zürcher Studententheater hatte ich das 2012 als Zuschauer erlebt, es ist ein Paradebeispiel für absurdes, bitterböses Theater. Die acht bis zehn Auserwählten werden zum Teil mehrere Rollen spielen, auch die Geschlechter sind nur bei wenigen Rollen festgelegt. Es wird schnell, schrill und geht ohne Pause maximal 90 Minuten.

Der Probeplan steht bereits, so ziemlich jeden Montag, einige Sonntage, im Juni die Bühnenproben und Aufführungen im Kammertheater. Verpflichtend ist auch eine Dauergästekarte für 122 EUR, mit der man drei Vorstellungen besuchen kann, drei weitere zum ermäßigten Preis. Gemeinsame Theaterbesuche sind ein Teil des Prozesses. Und wer zu oft fehlt, fliegt raus. Klare Ansagen, die vermutlich schon einen Teil der Interessentenschar abschrecken dürfte.

Am Wochenende wird sich entscheiden, wer dabei ist. Dann finden die ganztägigen Auswahl-Workshops statt, jeweils von 11 bis 17 Uhr. Kein Vorsprechen, also eher Gruppenübungen, Improvisation zum gegenseitigen Kennenlernen. Und im Laufe der nächsten Woche gehen dann die entscheidenden E-Mails raus.

Nachtrag: Ich bin nicht dabei, andere passten besser. Aber das nächste Casting kommt bestimmt…