Die Azoren

Nach zwei Tagen Lissabon machten wir uns nun auf den Flugweg zum eigentlichen Ziel unserer Reise, den Azoren. Eine richtig klare Vorstellung hatte ich nicht von diesen Inseln mitten im Atlantik. Das Einzige, woran ich mich erinnern konnte, war der Krisengipfel auf den Azoren 2003, der einen Schritt in Richtung Irakkrieg bedeutete.

Karte von 1584

Die alte Karte oben stammt aus dem Jahr 1584. Die Inselgruppe war bei ihrer Inbesitznahme durch die Portugiesen 1427 unbewohnt, womöglich erhielt sie aber im 4. Jahrhundert vor Christus Besuch von den Phöniziern. Die Inseln sind alle vulkanischen Ursprungs, ihre Besiedlung war wegen der schroffen Steilküsten und der vielen Lavasteine nicht gerade einfach. Durch den aufkommenden Seehandel zwischen Europa, Amerika und Afrika konnten die Azoren aus ihrer geografischen Lage Kapital schlagen und die vorbeikommenden Schiffe mit Lebensmitteln und Frischwasser versorgen. Außerdem exportierte man Zuckerrohr und andere landwirtschaftliche Produkte.

Vasco da Gama

Immer wieder machten Vulkanausbrüche den Inseln zu schaffen. Auf Faial entstand vor ungefähr 60 Jahren eine neue Halbinsel (Capelinhos) durch einen mehrmonatigen Vulkanausbruch. Die damit verbundenen Explosionen, Erdbeben und der Ascheregen machten große Teile der Insel nicht mehr bewohnbar. Ungefähr die Hälfte der Inselbevölkerung wanderte in der Folge in die USA aus.

Im Alltag bemerkt man jedoch wenig von dieser abstrakten Gefahr eines neuerlichen Ausbruchs. Was bleibt, sind zahlreiche touristische Attraktionen, Lavahöhlen, ein begehbarer Vulkan, und die zahlreichen Kraterwände längst erloschener Vulkane.