Ankommen in Darmstadt

Wir schreiben Tag 3 meines neuen Lebensabschnitts in Darmstadt. Der Rechner ist aufgebaut und hat die lange Fahrt auch ohne weitere Schäden überstanden. Die Wohnung ist noch voller Kartons, die sich erst allmählich reduzieren.

Heute haben wir das große Eck-Wohnzimmer zur Hälfte gestrichen, es ist wieder ein warmes Gelb, diesmal aber deutlich dezenter als das in Zürich. Damit können wir endlich die beiden Regale an ihre richtige Position stellen und auch einräumen, was das Ende für meine Bücher und Aktenordner-Kartons bedeutet. Und morgen kommen noch zwei Schränke, in die wir dann auch noch einiges mehr reinkriegen.

Meine Anmeldung gestern zeigte mir sehr deutlich den Unterschied zur Schweiz. Bei den Eidgenossen konnte ich Behördengänge schnell in der Mittagspause oder vor der Arbeit erledigen, auf einen freien Ansprechpartner wartete ich maximal fünf Minuten.

Ganz anders stellte sich die Situation in Darmstadt heraus. Gleich im Erdgeschoss des Bürgeramts befinden sich etliche Büros für das Pass- und Meldewesen. Die Anzahl der Wartenden betrug locker 50, und das waren nur die unmittelbar sichtbaren. Ich zog eine Nummer am Automaten, die 219. Gerade aufgerufen war die 110. Eine reichliche Stunde Wartezeit musste ich also locker einplanen.

Ich lief ein wenig herum, entdeckte das moderne Gebäudeensemlbe des Staatstheaters Darmstadt, flanierte ohne rechte Lust durch das Einkaufszentrum beim Louisenplatz, kaufte mir schließlich in einem Kiosk eine Ausgabe der lokalen Zeitung, dem Darmstädter Echo. Damit bewaffnet kam ich zurück, die Aufrufnummern näherten sich inzwischen bedrohlich der 200. Ich setzte mich auf die Treppe wie so viele andere. An der Wand ein Schild, man solle bitte nur auf der Mauerseite sitzen, nicht auf der Geländerseite. Ein junger Aufpasser wies dann auch alle, die dieses Gebot missachteten, darauf hin. Als ich dann schließlich endlich im Büro saß, lief alles reibungslos. Einzig ärgerlich, dass ich eine Bescheinigung des Vermieters brauchte, dass ich wirklich da wohne (Wohnungsgeberbescheinigung). Der Mietvertrag, der das ja auch aussagt, war nicht ausreichend.