Weniger ist mehr

Mit dem bevorstehenden Umzug stellt sich mal wieder die Frage, was ich eigentlich wirklich brauche von meinem Hausrat. So viele Dinge, und die meisten davon überflüssig. Tief in mir ist da ein digitaler Minimalist, der sich lösen möchte vom Materiellen, dem Erinnerungen wichtiger sind als die Objekte, welche sie auslösen, der es gewohnt ist, Dinge per Knopfdruck zu kriegen, seien es Musik, Bücher oder Filme.

Aber spannend ist für mich auch die Frage, was noch übrig ist von den Dingen, welche ich damals 2005 aus Dresden mitgenommen habe. Da ist das Bücherregal mit der dunkelroten Kulturgeschichte der Menschheit und weiteren liebgewonnen Büchern, das E-Piano, mein Eizo-Monitor, die Menora, mein von Oma geschenktes und durchaus modernes Geschirr, ein Besteck-Set, ein wenig selten getragene Kleidung. Viel ist nicht geblieben vom Inhalt dieses ersten Umzugswagens. Und viel Platz haben wir auch nicht in der neuen Wohnung in Darmstadt, da lohnt sich der kritische Blick auf meinen Besitz.

Was mich noch aufhält ist die mangelnde Digitalisierung, die älteren Werke gibt es einfach noch nicht in digitaler Form. Sonst könnte ein kleines E-Book mein Bücherregal ablösen, das Google-Play-Abo die CD-Sammlung und Netflix die DVDs. Eigentlich schön, wenn man beliebige Inhalte einfach anfordern und erhalten kann, ohne die Bereitstellungslogistik.

Jetzt bräuchte man sowas nur noch für Kleidung, also quasi ein stoffliches Grundgerüst, dessen äußere Erscheinung beliebig einstellbar ist, um den modischen Vorlieben zu folgen. Dann reichen ein paar von diesen Basis-Teilen aus, den äußeren Schein kann man per Handy einstellen.