While I Was Waiting (Theaterspektakel Zürich)

Das Zürcher Theaterspektakel bietet internationalen Truppen eine Bühne. Das diesjährige Eröffnungsstück ist While I Was Waiting von Omar Abusaada und Mohammad Al Attar, die in einem Interview der NZZ einiges zum Stück erklären.

Ein junger Mann liegt im Koma, er wurde zusammengeschlagen in seinem Auto. An seinem Bett versammeln sich die Angehörigen, die Schwester kommt extra aus dem Libanon, wohin sie ausgewandert war. Der Patient erhebt sich schließlich als ein Geist, schließt sich einem anderen Geist auf der erhobenen Plattform an, sie kommentieren das Geschehen, erklären, wie alles begann. Vor dem Bürgerkrieg versammelten sich viele Syrer zu friedlichen Demonstrationen. Doch schon bald eskalierte die Situation, Gewalt und Gegengewalt führten zur heutigen, verfahrenen Situation. Der andere Geist machte verschiedene Stufen der Radikalisierung durch, erst schloss er sich der Freien Syrischen Armee an, später der Nusra-Brigade und schließlich dem IS. Ein männlicher Verwandter übte sich in Desinteresse, die Mutter repräsentierte mit ihrem Kopftuch eine religiöse Antwort. Aber im ständigen Hin und Her verflossen die Grenzen und Klischees.

Es war ein hochspannender Theaterabend, anstrengend durch das Verfolgen des übersetzten Textes auf dem Bildschirm. Was lässt sich mit Theater sagen über das Leben in Damaskus? Die Inszenierung nutzte die Geschichte einer Familie, um die vielen Schicksale zu bündeln und darstellbar zu machen. Was hängen blieb, ist der Appell der Geister, der vielen Verschwundenen, Gefolterten, Toten, die überall dabei sind und sich über die Lebenden amüsieren.