Warten auf Godot (Deutsches Theater Berlin)

Gestern abend lief im Theater Winterthur ein Gastspiel aus Berlin, Warten auf Godot von Samuel Beckett. Es war die letzte Vorstellung dieser Spielzeit, weshalb im Anschluss eine Funk-Band spielte und ein riesiges Buffet aufgebaut wurde.

Regie
Ivan Panteleev
Bühne und Kostüme
Mark Lammert
Sounddesign
Martin Person
Dramaturgie
Claus Caesar
Wladimir
Samuel Finzi
Estragon
Wolfram Koch
Pozzo
Christian Grashof
Lucky
Andreas Döhler

Die Handlung des Stücks ist nicht sehr umfangreich. Wladimir und Estragon warten an einer Landstraße vor einem Baum auf Godot und der kommt nicht. Zwischendurch tauchen noch Pozzo mit seinem Diener Lucky auf. Das Stück hat zwei Teile, am Ende eines jeden Teils tritt ein schüchterner Botenjunge auf und teilt mit, dass Godot heute nicht käme, dafür morgen aber ganz bestimmt. Das Warten auf Godot ist offensichtlich sinnlos.

Philosophische Basis dieses Stücks ist der Existenzialismus, wonach es keinen allgemeingültigen Sinn des Lebens gibt, der Mensch aber durch seine Taten diesen Sinn selbst definiert. Beckett geht aber im absurden Theater noch einen Schritt weiter, auch menschliches Handeln vermag keinen Sinn zu stiften, sondern ist lediglich Zeitvertreib. Der Mensch treibt orientierungslos durch die sinnlose Welt, gibt einander ein wenig Halt und wartet sehnsüchtig auf einen Erlöser, der aber nie kommt. Godot kann man als Gott verstehen, obwohl sich Samuel Beckett nie darauf festlegen ließ.

Die Inszenierung lebte vor allem von den großartigen Schauspielern, Wladimir und Estragon wirkten wie ein altes Ehepaar, das sich oft streitet, aber doch nicht ohneeinander auskommen kann. Wirklich toll war die Szene, als sie mit Schnalzgeräuschen ein Tennis-Match, Golf – und eigentlich alle anderen Ballsportarten auch – simulierten. Dieses Stück ist irgendwie immer eine Zumutung für die Zuschauer, denn es passiert ja nichts, aber spannend ist bei jeder Inszenierung, wie nichts passiert.

Estragon (Wolfram Koch) und Wladimir (Samuel Finzi) in "Warten auf Godot"

Estragon (Wolfram Koch) und Wladimir (Samuel Finzi) in “Warten auf Godot”

ESTRAGON
Komm, wir gehen.
WLADIMIR
Wir können nicht.
ESTRAGON
Warum nicht?
WLADIMIR
Wir warten auf Godot.
ESTRAGON
Ach ja.