Transalp

Sechs Tage wandern von Nord nach Süd mitten durch die Alpen – soweit die Ausschreibung. Damit wir die lange Strecke in dieser kurzen Zeit auch schafften, gab es nach jeder Wanderung den Transfer zum Übernachtungsort, möglichst nah am Startpunkt der nächsten Wanderung. Insgesamt wanderten wir eine Strecke von knapp 100 km, ein Bruchteil der insgesamt fast 400 km. Und so war es einerseits schön, sich jeden Tag ein bisschen mehr dem Sehnsuchtsort Italien anzunähern, andererseits gab es kein wirkliches Verweilen und Ankommen. Anstatt Hüttenromantik und Massenschlag mit nächtlichem Schnarchkonzert warteten Hotelzimmer auf uns, einmal sogar mit Sauna und Schwimmbad.

Landschaftlich war sicher der erste Tag am schönsten, der Abstieg von der nebelverhangenen Zugspitze durch traumhafte Berglandschaften. Mit dem Grenzübergang nach Österreich schien dann auch wieder die Sonne und wir tauchten ein in Tal um Tal, saftiges Grün, Kühe und Schafe begegneten uns, Abstieg bis zur Ehrwalder Alm. Am zweiten Tag ein knackiger Anstieg von Kronfeld zur einem Gipfel auf knapp 2500 m, runter zur Gogles-Alm. Danach folgten Wanderungen, die eher Mittelgebirgscharakter hatten, zum Beispiel der gemütliche Meraner Höhenweg. Wirklich genial war dann die Weingutbesichtigung mit anschließender Verkostung in der Kellerei Kurtatsch. Ich entdeckte den Lagrein, auch der Grauburgunder war nicht von schlechten Eltern. Am letzten Tag wurden wir schwach, nach einer letzten Gipfelbesteigung landeten wir in einem wunderbaren Restaurant bei Villa del Monte, gerade als es anfing zu regnen. Wir bestellten ein Taxi und ersparten uns den glitschigen Abstieg nach Riva am Nordufer des Gardasees.

Und so stand ich dann irgendwann drin in diesem See, an einem trüben Samstag Nachmittag.