Zweitageswanderung im Bernina-Gebiet

Das verlängerte Wochenende verbrachte ich mit einigen Meetup-Leuten im Südosten der Schweiz beim Wandern, wir waren im Kanton Graubünden nahe der italienischen Grenze. Am Samstag fuhren wir mit dem Bernina-Express von Chur bis Poschiavo. Schon die Eisenbahnfahrt ist ein Erlebnis mit wunderschöner Landschaft, Steigtunneln und Viadukten. Der Höhepunkt ist sicher die Fahrt über den Bernina-Pass, vorbei am malerischen Lago Bianco. Nach diesem Pass geht es hinunter ins Val Poschiavo (Puschlav).

Die Wanderung am ersten Tag war dann der Aufstieg von Poschiavo nach Alp Grüm, wo wir kurz vorher noch durchgefahren waren. Es waren insgesamt 1100 Höhenmeter. Unterwegs schauten wir noch beim Gletschergarten Cavaglia vorbei. Mitten im Fels waren riesige, kreisrunde Löcher, die Töpfe der Riesen. Wir haben lange gerätselt, wie diese zustande gekommen waren. Die Erklärung sind Wasserwirbel bei abfließendem Gletscherwasser unterhalb des Gletschers. Und in diesen Wirbeln fräst sich harter Quarzsand in den Untergrund ein und schafft diese rätselhaften Vertiefungen im harten Felsgestein. Der weitere Aufstieg war dann nicht mehr so wild, gegen fünf waren wir oben an der Bahnstation, gerade rechtzeitig vor dem Regen.

Wir hatten vorher Zimmer in der Albergo Ristorante Alp Grüm reserviert, einem Bahnhofsrestaurant mit einigen Gästezimmern im oberen Stockwerk. Unsere Sechsergruppe machte einen Großteil der Gäste aus, war echt familiär dort. Der Wirt hatte uns auch schon im Vorfeld telefonisch zur Wanderlage beraten, wir folgten dann am nächsten Morgen seinem Ratschlag und fuhren mit dem Zug bis zur Bergstation Morteratsch. Denn auf dem Bernina-Pass lag zu viel Schnee zum Wandern. Und so stapften wir dann von der Station Morteratsch runter ins Tal, erst nach Pontresina, danach durch den Wald nach St. Moritz.