Jean-Paul Sartre – Die schmutzigen Hände

Autor
Jean-Paul Sartre
Titel
Die schmutzigen Hände (Les mains sales)
Regie
Stefan Pucher
Besetzung
Robert Hunger-Bühler, Henrike Johanna Jörissen, Isabelle Menke, Johannes Sima, Milian Zerzawy, Jirka Zett
Spielort
Schauspielhaus Zürich (Pfauen)

Inhalt

Schauplatz der Handlung ist der fiktive Staat Illyrien während des Zweiten Weltkrieges, irgendwo im Osten Europas. Die Deutschen haben das Land besetzt, der Regent des Landes arbeitet mit ihnen zusammen. Aber die Rote Armee rückt vor und wird in absehbarer Zeit die Deutschen verjagen. Vor diesem Hintergrund kämpfen drei politische Kräfte um die neue Machtverteilung: die kommunistische Partei mit Hoederer (Robert Hunger-Bühler) an der Spitze, konservativ-bürgerliche Milizen – das Pentagon – und die Gefolgsleute des Regenten.

Der bürgerliche Intellektuelle Hugo (Jirka Zett) tritt in die kommunistische Partei ein, um bei der Umgestaltung der Gesellschaft selbst mit Hand anzulegen. Er wird aufgrund seiner Herkunft von den Genossen misstrauisch beäugt, genießt jedoch das Vertrauen von Olga (Isabelle Menke). Er erhält den Auftrag, den Parteisekretär Hoederer zu ermorden, da dieser angeblich mit dem Feind kooperiert. Als neuer Sekretär wird er gemeinsam mit seiner Frau (Henrike Johanna Jörissen) bei Hoederer eingeschleust. In dieser Funktion ist er auch bei einem Treffen von Hoederer mit dem Pentagon und dem Sohn des Regenten dabei, in dem es um einen Pakt der nationalen Einheit geht. Für Hugo ist das Verrat am kommunistischen Ideal, Hoederer ein Sozialverräter. Er kann sich jedoch immer noch nicht so recht zur Tat entschließen. Ein missglücktes Bombenattentat bringt Bewegung in die festgefahrene Situation, es kommt zur Aussprache zwischen Hoederer und Hugo. Hoederer verteidigt seine Politik, die kommunistische Partei wäre allein zu schwach, um die Macht zu übernehmen, als Teil der Regierung könnte man die Verantwortung für unpopuläre Nach-Kriegs-Maßnahmen aber leicht den Koalitionspartnern zuschieben und in einigen Jahren die Macht allein ausüben. Außerdem würde ein Bürgerkrieg vielen Hunderttausend Menschen das Leben kosten. Hugo argumentiert idealistisch, keine Kompromisse mit den anderen, er zieht eine blutige Revolution nach kommunistischem Lehrbuch vor.

Als Hugo später seine Frau mit Hoederer in zärtlicher Umarmung ertappt, erschießt er ihn und wandert ins Gefängnis. Als er später wieder raus kommt, diskutiert er mit Olga seine Tat. Jedoch hat die Partei inzwischen den Kurs Hoederers übernommen. Für Hugo gibt es keine weitere Verwendung, er wird erschossen.