München-Wochenende

Einige Erinnerungen an ein erlebnisreiches Wochenende in der bayrischen Hauptstadt. Anlass war ein Wiedersehen mit den Kykladiern, Leuten von der Marco-Polo-Reisegruppe, mit denen ich im letzten September auf den griechischen Inseln unterwegs war (die allerschönsten Kykladen-Fotos). Ich entschied mich, dieses Mal mit dem Zug zu fahren, genau zwischen zwei Streiks der Gewerkschaft der Lokführer. Der Eurocity braucht vier Stunden, so konnte ich mich in aller Ruhe auf den Schauspiel-Kurs vom nächsten Dienstag vorbereiten. Eine kurze Szene auswendig lernen, mich wieder mit Entspannung und Vorbereitung beschäftigen.

Am Freitag besuchten wir das Frühlingsfest, eine dem Oktoberfest ähnliche Veranstaltung mit Achterbahn, Luftgewehrschießen und natürlich einem riesigen Bierzelt. Nach ungefähr einer Stunde fragte ich mich, was ich in diesem Zelt eigentlich machte. Ohrenbetäubender Lärm einer Cover-Band mit dem obligatorischen Prosit-Lied aller zehn Minuten, alle tragen Tracht, Maßkrüge schweben vorbei, eine Wolke von Bratendampf und menschlichen Ausdünstungen; es ist dieses rauschhaft-dunstig-lärmige, mit dem ich einfach nichts anfangen kann. Gefangen in einer Dunstglocke sitzt man am Tisch, nebenan eine Gruppe Italiener mit T-Shirts und Perücken, Einlass nur mit gelben Armbändern, ein Teil der großen Gruppe wartet draußen im Regen und wir haben nicht genug Armbänder und Sitzplätze. Schlange stehen für die begehrten Plätze im Zelt, wie zu DDR-Zeiten, ich musste da einfach raus, wieder atmen. Abends dann gemütlich mit Gin-Tonic und einer Salsa-Auffrischung in der großräumigen Wohnung der Gastgeberin.

Am Samstag gingen wir wandern, vom Schliersee über den Prinzenweg zum Tegernsee, knapp vier Stunden. Es war nicht extrem schwierig, wir stiegen um die 400 Meter auf, aber bei dem regelmäßigen Regen war ich extrem froh, meine Regenhosen dabei zu haben. Und die Sicht über Wälder, Hügel und Seen war mit den Wolken auch sehr schön, neblig-märchenhaft. Abends Essen im Al Pacino, dann Drinks und Sandtanzen im beach 38°.

Sonntags dann noch ein gemütlicher Ausklang mit einem kurzen Besuch im NS-Dokumentationszentrum, war extrem voll bei dem Regenwetter, Mittagessen im Café Altschwabing. Und zuletzt dann die Fahrt im vollbesetzten Eurocity zurück nach Zürich, jetzt brauche ich echt Erholung.