Onkel Ho

Mausoleom von Hồ Chí Minh

Der zweite Tag in Hanoi war straff organisiert, am Morgen machten wir Bekanntschaft mit Hồ Chí Minh, dem wohl bekanntesten Vietnamesen. Seine sterblichen Überreste liegen im Mausoleum, täglich schlängeln sich Tausende Vietnamesen und Touristen durch die dunkle Kammer, um einen Blick auf Onkel Ho zu werfen. Ein eigentümlicher Brauch, der mir aus Peking bekannt vorkam, dort war es Mao Zedong, in Moskau wartet noch Lenin. Doch es gibt noch mehr zu sehen von Onkel Ho in Hanoi, sein einfaches Holzhaus, das er sich errichten ließ, um mit der gelbkolonialen Pracht der Franzosen zu brechen. Und schlicht steht es da, inmitten eines Gartens, ein Albtraum für seinen Sicherheitschef. Am Museum liefen wir nur kurz vorbei. Das Schönste an diesem Areal war die Ruhe.

Unser Guide im Norden

Die kommunistische Vergangenheit begegnet einem auf Schritt und Tritt, Sterne hier, Sicheln da, dazu der militärische Drill der Soldaten in Paradeuniform und kantige Betonbauten im Stadtbild. Auch ein Blick in eine Zeitung in der Hotellobby offenbart bekannte Muster, der Premierminister besuchte die Volkspolizei und bedankte sich für deren erfolgreiche Arbeit beim Verhindern reaktionärer Bestrebungen. Die Aufklärungsquote sei allerdings verbesserungswürdig. Und auch die Verfassung (englische Version) macht kein Hehl daraus, welches System hier herrscht. Doch im touristischen Alltag merkt man davon wenig, und auch der Reiseführer meinte, dass man nicht mehr für alles eine Genehmigung bräuchte.

Poststation in Ho-Chi-Minh-Stadt