Ankunft in Hanoi

Motorradfahrer in Hanoi

Den Weihnachtstag verbrachte ich diesmal in Hanoi, etwas anders als sonst. Zusammen mit 15 wildfremden Mitreisenden war ich gerade gelandet und versuchte, meine innere Uhr auszutricksen, nicht dem Bedürfnis nachzugeben, mich einfach kurz hinzulegen. Ich sehe Mopeds, tausende Mopeds mit Vietnamesen, die sich durch die Straßen der Stadt wälzen. Sie haben noch nicht so viele Autos, Mopeds sind die preiswerte Lösung für ein Land, das sich im Aufbruch befindet. Und da, wo in der Schweiz oder in Deutschland ein Auto Platz hat, fahren hier fünf Mopeds, überholen, hupen. Und man kann trotzdem über die Straße, einfach langsam und ohne hastige Bewegungen. Die Mopeds weichen aus wie Wasser, das ein Hindernis umfließt, ungern aber doch irgendwie. Die Geschwindigkeit ist geringer, es ist mehr ein stetiges Vorwärtsschieben als ein Fahren. Und Verkehrsregeln haben hier auch mehr Empfehlungscharakter.

Straßenszene in Hanoi

Wir taumeln durch die Straßen, essen Nudelsuppe, hätte ich doch nicht welche von diesen Chilischotenstücken genommen, die schnippeln das Suppengemüse direkt am Eingang, die Töpfe brodeln, Hühnerteile überall, weiter, unser Guide spricht eine Art Deutsch, war in Thüringen zu DDR-Zeiten, höflich, distanziert, spult sein Programm runter, ich will schlafen, nur ein bisschen, es ist zu hell und zu laut hier, Handwerkerstraßen, jetzt sind wir bei den Metallbauern, eine Kreissäge schrillt, Funken fliegen in alle Richtungen, der Hoan-Kiem-See tut dem Auge wohl, eine rote Brücke führt auf die malerische Insel, Eintritt zahlt man, 20.000,konnte nur zwei Millionen abheben, mehr geht nicht, krasse Inflation hier.

Straßenszene in Hanoi