Richard Wagner – Lohengrin

Im Opernhaus war ich bisher ein seltener Gast, doch der Besuch von Lohengrin im Zürcher Opernhaus könnte das ändern. Es war eine grandiose Vorstellung, stimm- und bildgewaltig zugleich. Witzig fand ich auch die Inszenierungsidee, die Brabanter als Bayern darzustellen. Und so sah man in den Massenszenen mit gefühlten 100 Leuten dann auch ein Meer von weißen Hemden, Lederhosen und Dirndln. Auch Lohengrin trug Lederhosen, der nicht von einem Schwan gezogen wurde, sondern nach einem grandiosen Menschenwirbel plötzlich im weißen Hemd in der Mitte lag, wie ein Neugeborenes.

Aber zur Handlung, der sächsische und ostfränkische König Heinrich I. erscheint in Brabant, um militärische Hilfe gegen die Ungarn im Osten zu erhalten. Er stellt jedoch fest, dass es nach dem Tod des alten Herzogs zu Streitigkeiten um die Nachfolge gekommen ist. Friedrich von Telramund, der Erzieher der beiden Herzogskinder Elsa und Gottfried, beschuldigt Elsa, dass sie ihren Bruder Gottfried im Wald umgebracht habe. Diese sagt nicht viel zu ihrer Verteidigung, der König legt fest, dass ein Kampf und somit Gottesurteil die Sache entscheiden soll. Keiner will für Elsa antreten. Doch dann erscheint ein fremder Ritter, der für sie fechten will und auch gleich um ihre Hand anhält. Er hat nur eine einzige Bedingung, sie dürfe niemals seinen Namen erfragen, oder welcher Art er sei. Er besiegt Telramund, lässt ihn aber leben. Unter großem Beifall umarmen sich Elsa und der Fremde. Telramund wird verbannt, der Fremde zum neuen Herrscher, will aber Schützer von Brabant genannt werden. Bei der Hochzeit stört sowohl Ortrud, die Frau von Telramund, als auch Telramund selber, der den Fremden der Zauberei bezichtigt. Sie versuchen auch, Elsa davon zu überzeugen, nach dem Namen des Fremden zu fragen, was sie von sich weist. Doch später, nach der Hochzeit, fragt sie ihn doch, just in diesem Moment dringt Telramund ins Gemach ein und wird getötet vom Helden. Am nächsten Morgen kommt es zur großen Gerichtsverhandlung, der Fremde bezichtigt Telramund des Hinterhalts und gibt sich zu erkennen, er sei Lohengrin, der Sohn des Gralskönigs Parzival. Ein Eid sei für sein eigentümliches Verhalten verantworlich, jetzt müsse er aber weiter ziehen, da er nur unerkannt helfen dürfe. Gleichzeitig wird noch das Schicksal von Elsas Bruder Gottfried aufgelöst, den Ortrud in just jenen Schwan verzaubert hat, der Lohengrin reinzog. Gottfried wird wieder zum Menschen, Ortrud und Elsa sterben aus unterschiedlichen Gründen und dem König ist auch ohne Lohengrin der Sieg sicher.

Ich hatte Bedenken wegen der langen Dauer, knapp vier Stunden sollte es gehen. Aber die Zeit verging wie im Flug, immer wieder schöne Inszenierungsideen und natürlich grandiose Stimmen. Es war eine grandiose Aufführung, im nächsten Sommer gibt es weitere Vorstellungen.