Biografie: Ein Spiel, Erste Probe

In der aktuellen dramateure-Produktion Biografie: Ein Spiel spiele ich Hannes Kürmann, einen Verhaltensforscher, der sein Leben nochmal neu beginnen kann. Heute war die erste Probe mit meiner Bühnenpartnerin Antoinette Stein. Da unsere Beziehung für das Stück von zentraler Bedeutung ist, sprachen wir recht ausführlich über die Charaktere und auch über unsere Bühnen-Ehe.

Was ist dieser Hannes Kürmann für ein Mensch? Er ist ein Verhaltensforscher, was für mich ein völlig neues Thema ist. Ich wollte es mit Computern verknüpfen, werde mich zum Thema Schwarmverhalten informieren (Kollektive Intelligenz), das hat grundlegend was mit dem Verhalten von Tieren zu tun. Sozial ist Hannes Kürmann anscheinend nicht so gut integriert wie seine Gattin, er arbeitet viel und geht ganz in der Forschung auf. Alkohol ist in einer Fassung seiner Biografie ein treuer Freund, in anderen Fassungen nicht so. In sehr seltenen und emotional aufgeladenen Situationen verliert er die Kontrolle über sein Handeln, in einer Fassung seiner Biografie schlägt er seine Frau. Als er mitbekommt, dass sie die Nacht mit einem anderen Mann verbracht hat.

Danach haben wir eine Paartherapie improvisiert, wo uns gerade der Schuh drückt. Das war äußerst unterhaltsam, wir erfanden wild Sachen und kriegten ein detaillierteres Bild unserer Beziehung mit all ihren Höhen und Tiefen. Die Chancen standen jedoch nicht so gut am Ende, unsere Therapeutin war da skeptisch.

Und so blieb für die erste Szenenprobe nicht mehr viel Zeit, aber durch die Vorarbeit hatten wir ein gutes Fundament gebaut und konnten uns dann auf die Szenendetails konzentrieren. Es fängt gut an, ist wirklich ein spannendes Stück.