Ein idealer Gatte – Zwischenbilanz

Die Energie, die durch das Arbeiten produziert wird, ist wichtiger als alles andere. Lassen Sie sich also nicht davon abhalten, aktiv zu sein, und sei es auch unter den primitivsten Bedingungen, statt Zeit damit zu vergeuden, nach besseren Bedingungen Ausschau zu halten, die sich vielleicht nicht finden lassen. Am Ende zieht Arbeit Arbeit an.
Peter Brook, Wanderjahre

Wir haben in den ersten drei Monaten der Produktion Ein idealer Gatte viel erreicht. Für mich geht mit meiner ersten Regiearbeit ein Traum in Erfüllung, den ich im Herbst 2009 auf ein Stück Papier kritzelte. Damals war das noch eine vage Idee, inzwischen ist es intensive und fordernde Realität.

Als Regisseur an der Arbeit
Als Regisseur an der Arbeit

Das Wichtigste ist – wie überall – eine gute Vorbereitung. Noch kann ich mich nicht auf große Erfahrung verlassen, ich muss mir die Szenen vorher anschauen und Ideen für die Inszenierung notieren. In nicht so gut vorbereiteten Szenen stand ich gelegentlich nicht so souverän da, mein kreatives Ensemble bestürmt mich dann mit Ideen, was zu unnötigen Diskussionen führt. Es ist dann gar nicht so leicht, aus einer Diskussion wieder in einen produktiven Probenprozess zurückzufinden. Klare Inszenierungsideen und rechtzeitiges Durchsetzen scheinen mir das beste Mittel zu sein. Wobei ich ja auch nicht alle Ideen selbst haben kann, die Stärke einer Gruppe liegt ja auch darin, dass sie viel mehr Ideen hat. Und diese Stärke gilt es zu nutzen, speziell in Szenen, wo bei mir der Funken nicht sofort gesprungen ist.

Den Einsatz von Requisiten und Bühnenbild musste ich auch lernen. Requisiten helfen ungemein, genau so wie Handlungen. Sie geben dem Geschehen auf der Bühne einen natürlichen Kontext, ansonsten müssen die Schauspieler alles aus sich heraus stemmen. Es lohnt sich, schon sehr früh damit zu beginnen. Am letzten Mittwoch konnte ich eine Zeitung geschickt zum Einsatz bringen.

Probeszene mit Robert Chiltern
Probeszene mit Robert Chiltern

Das Hauptproblem für mich war die Ablenkung durch die vielen kleinen Nebenaufgaben, die eher produktionstechnischer Natur sind, aber halt auch gemacht werden müssen. So habe ich mich intensiv mit der Erstellung einer neuen Homepage beschäftigt, eine facebook-Fanseite angelegt, Budgets korrigiert, Texte für die Sponsorenbriefe erstellt oder redigiert und vieles mehr. Ich muss mir sehr bewusst Zeit nehmen für die Vor- und Nachbereitung der Szenen und die Probeplanung generell.

Aber es ist einfach schön, wenn alle konzentriert am Proben sind, eine Szene auf der Bühne entsteht und Schritt für Schritt besser wird, Ideen kommen, wenn diese kreative Energie im Raum spürbar ist. Dieses Gefühl möchte ich öfter haben.

Probeszene mit Laura Cheveley
Probeszene mit Laura Cheveley