Elektra

Eine düstere Geschichte nimmt ihren Lauf im mythischen Griechenland. Elektra wartet vor der Tür, am Grab ihres Vaters Agamemnon kann sie an nichts anderes denken als an Rache. Ihre Mutter Klytaimnestra erschlug den Vater, als dieser gerade siegreich aus Troja heimgekehrt war. Blut schreit nach Blut schreit nach Blut. Denn Agamemnon opferte vor der Überfahrt die eigene Tochter Iphigenie, um die üblen Winde zu besänftigen. Und sein Vater schlachtete und kochte die Kinder seines Bruders, einzig Aigisth ist übriggeblieben und sinnt auf — Rache. Und so läuft alles auf die Rache hin, Elektras Bruder Orest wird kommen und es vollenden. Doch dann kommt ein Bote und verkündet, dass Orest gestorben sein, die Urne sei auf dem Weg. Der Überbringer gibt sich dann aber als Orest zu erkennen und erschlägt Klytaimnestra und Aigisth. Doch auch diese Toten geben keine Ruhe und wandeln weiter auf der Bühne und im Gewissen der Geschwister…

Die Inszenierung von Karin Henkel am Zürcher Schauspielhaus verwendet die Fassade eines Hauses, eine Hälfte sitzt davor, die andere quasi im Wohnzimmer dahinter. Und es wird zwei mal das Gleiche gespielt, nur dass man halt jeweils woanders sitzt. Spannende Idee, wie sich die Handlungen verweben, Leute durch Türen gehen und alles aufgeht. Die Zeit war durchbrochen, die Erinnerungen an die vergangenen Bluttaten kamen immer wieder hoch, Agamemnons Tod, Iphigenies Opfer, die Toten und Lebenden mischen sich, sehen sich, Blut wird vergossen, abgewaschen, kommt wieder. Bedrückend gut gemacht, war leider die letzte Vorstellung.