Jungle Trek zum Machu Picchu

Es gibt viele Wege zum Machu Picchu, dem wohl bekanntesten Touristenziel in Peru, wenn nicht in ganz Südamerika. Wir entschieden uns für eine Variante in drei Tagen, welche als Dschungelweg bezeichnet wird.

Am ersten Tag fuhren wir mit einem Bus auf 4200m Höhe. Dann bestiegen wir Mountain-Bikes, um auf einer asphaltierten Serpentinenstraße runterzufahren. Es ging eigentlich nur bergab und war somit wenig anstrengend und eher lustig. Obwohl die Anspannung sich schon bemerkbar machte. Es wurde dann auch immer wärmer, je näher wir unserem Ziel auf 1900m kamen, der Dschungel war langsam spürbar, auch von der Vegetation.

Danach folgte ein Bustransfer nach Santa Teresa. Das Hostal dort wurde uns als Basic beschrieben, und das war es dann auch. Wir teilten uns zu siebent ein Zimmer, mit zwei Israelis und zwei Chileninnen chinesischer Herkunft. Und es gab nur eine Toilette für dreißig Leute. Aber hauptsache ein Dach über dem Kopf und ein Bett. Abends spielte ich auf dem Hauptplatz noch Volleyball mit ein paar Peruanern.

Am zweiten Tag schwebte ich an einem dünnen Stahlseil mehrere hundert Meter über den Bäumen und dem Fluss unten im Tal. Dabei machte mir starker Seitenwind zu schaffen, ich sollte eine möglichst windschnittige Position beibehalten. Das war ganz schön anstrengend.

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Der Wanderweg führte lange Zeit an Eisenbahnschienen entlang.

Danach wanderten wir an Schienen entlang nach Agua Calientes, dem Ort nahe an Machu Picchu. Die Temperaturen waren angenehm und die Strecke relativ eben.

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Nebel am Machu Picchu

Um 4:00 morgens am dritten Tag kligelte unser Wecker, das Rennen zum Machu Picchu hatte begonnen. Wir liefen mit Dutzenden Anderen am Fluss entlang zur Brücke, die kurz vor fünf Uhr öffnete. Danach ging es eine Stunde den Berg rauf, ganz viele Stufen. Die Taschenlamen beleuchteten den Weg. Ich schwitzte und hustete, das Wetter war wenig verheißungsvoll mit Nebel und einem kurzen Regenschauer. Wir liefen durch die Ruinen, umgeben von Nebel, nichtsahnend, etwas frustriert, inmitten von Menschenmassen. Irgendwann trafen wir den verkaterten Guide, der uns in gebrochenem Englisch ein paar Sachen erklärte. Und dann zogen die Wolken doch zur Seite und machten der Sonne Platz. Und dann nahm der ominöse Berg doch langsam Gestalt an. Wir sahen dann zuletzt auch den Blick, der auf vielen Postkarten zu sehen ist, fotografierten uns davor, sitzend, stehend, mit Handgesten oder ohne, es war schön. Und die grünen Meredesbusse fuhren ohne Unterlass und brachten neue Besucher auf den Berg. Es dürfen nur 2500 pro Tag rein, doch unser Guide hatte ein paar Leuten auch Tickets von einem zukünftigen Tag besorgt, was will man auch sonst machen am Vorabend, wenn schon alles weg ist?

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Lohn für alle Mühen – der berühmte Blick über die Ruinen

Wir haben es gesehen, sind durch die Ruinen gewandert, und waren auch wieder froh, als wir den belagerten Berg verlassen konnten.