Ausflug in Perus blutige Vergangenheit

Unseren Aufenthalt in Lima nutzten wir noch für einen Besuch im Nationalmuseum. Dieses befindet sich im zugigen Gebäude des Kulturministeriums und wie immer fuhren wir mit dem Taxi eine halbe Stunde dorthin. Lima ist einfach riesig, wobei ich das nur flächenmäßig meine.

Das Nationalmuseum fängt bei den alten Kulturen an, wir interessierten uns aber für eine Fotoausstellung zur jüngeren Geschichte. Peru erlebte von 1980 bis 2000 eine Welle von Gewalt, den Internen Konflikt. In den ländlichen Gebieten herrschte große Armut, die Regierungen hatten sich durch fehlgeschlagene Reformen und Korruption ausgezeichnet. Somit erhielten linksextremistische Gruppierungen großen Zulauf, die bekannteste war der Leuchtende Pfad. Diese wollten nichts anderes als den gewaltsamen Systemumsturz und die Gründung eines kommunistischen Staates. Es gab zahlreiche Anschläge, in Lima wurden zahlreiche Hunde an Laternen aufgehängt, eine Gruppe von Journalisten wurde umgebracht und verscharrt, ganze Dörfer wurden überfallen und die Bewohner umgebracht, Bombenanschläge in Großstädten – niemand war sicher.

Die Reaktion des Militärs stand an Grausamkeit nicht nach, Dörfer wurden plattgemacht, viele Verdächtige verschwanden einfach, einige wenige wurden nach Jahren wieder freigelassen. Im Zuge des Konflikts starben oder verschwanden knapp 70000 Menschen.

Die Bilder waren schwarz-weiß gehalten und zeigten herausgelöste Ereignisse. Viele Leichen waren zu sehen, trauernde Verwandte, Wiedersehensglück, die Folgen von Bombenanschlägen, ermordete Häftlinge, der Gründer des Leuchtenden Pfades, traumatisierte Menschen, ein kirchliches Waisenheim, so viele schreckliche Bilder.

Wie so oft gerieten die Zivilisten zwischen die Fronten und mussten die meisten Opfer beklagen. Aber es ist auch gut, dass mit dieser Ausstellung ein Schritt in Richtung Verarbeitung und Aussöhnung geschieht.