Titikaka-See

Von Arequipa fuhren wir als Nächstes nach Puno am Ufer des Titikaka-Sees. Leider konnten wir nicht mit unserer bevorzugten Buslinie Cruz del Sur fahren, aber die Katalogseite von Julsa sah auch gut aus und es war sogar günstiger als Cruz del Sur.

Der Bus war in einem weitaus schlechteren Zustand, es roch nach Essensresten und die Frontscheibe hatte mehrere Sprünge. Die Fahrer ließen zudem ständig Leute aus- und einsteigen, einige wollten uns etwas verkaufen. Die Klimaanlage funktionierte auch nicht, so dass es an diesem sonnigen Tag schön warm wurde im Bus.

Angekommen in Puno hatte mich die Höhenkrankheit erwischt. Kein Wunder auf 3800m. Ich hatte Kopfschmerzen und jede Anstrengung fiel doppelt schwer. Ich setzte meinen Rucksack auf, lief ein paar Schritte und schnaufte erst mal tief durch. Im Hotel musste ich mich auch setzen, längere Zeit stehen war einfach nicht drin. Ich legte mich dann erst mal ins Bett, meine Reisegefährten organisierten alles. Diese Symptome hielten zum Glück nicht lange an, am nächsten Tag konnte ich mit auf die Bootstour. Aber ich fühlte mich wie 100.

Der erste Höhepunkt der Bootstour war der Aufenthalt auf den Schilfinseln. Dort leben die Uros selbstbestimmt auf ihren schwankenden Inseln. Sie waren sehr freundlich uns Touristen gegenüber, begrüßten uns sogar mit einem Lied. Es war ein seltsames Gefühl, auf dieser Insel zu laufen, man sank ständig ein und das Wasser war ja nicht weit. Fester Boden unter den Füßen hat schon was. Es gab ein Programm mit Erklärungen zur Inselkonstruktion und Lebensweise dieser farbenfrohen Insulaner. Lustig war die Bemerkung, dass interne Streitigkeiten mit der Säge entschieden würden, wenn beispielsweise einzelne Leute nicht arbeiten wollten, würde man deren Häuser einfach von der Insel abtrennen, dann könnten die anderswo ihr Glück versuchen.

Die zweite Station war eine längliche Insel (Taquila) im Hauptsee. Der zentrale Platz lag gut 200 Höhenmeter über dem Anlegesteg, wir liefen durch malerische Torbögen, vorbei an durch Mauern begrenzte Felder, sahen einen kleinen Jungen, der seinen Drachen steigen ließ, mussten einige Male anhalten und durchatmen, bevor wir auf dem zentralen Platz ankamen. Dort gab es neben Restaurants natürlich auch Läden für Gestricktes und Gewebtes. Nach einem guten Mittagessen liefen wir auf der anderen Seite der Insel wieder runter, unter uns der strahlend blaue See.