Ica, Huacachina

Langsam kommen wir in Tritt, das Individualreisen hat seinen Schrecken verloren. Vor allem nach einer Begegnung heute mit einer Dame, die eine Art Reiseagentur leitete. Von ihr wollten wir unsere Flüge von Cuzco zurück nach Lima gebucht bekommen. Die Dame nutze auch nur die Webseite einer Fluggesellschaft und brauchte Stunden dafür, da sie zusätzlich auch noch laufend unterbrochen wurde. Irgendwann reichte es uns und wir buchten die Flüge in einem verdächtig günstigen Internetcafe schließlich selbst. Die Kreditkarten meiner Mitreisenden versagten, und so musste schließlich ich mit meiner Karte herhalten. Ich hoffe nur, dass die nächste Abrechnung im Rahmen bleibt und keine seltsamen Posten dort erscheinen.

Unser Hostal “La Florida” ist nicht zu empfehlen. Preislich im unteren Segment angesiedelt fehlt vor allem eines – heißes Wasser zum Duschen. Momentan tröpfelt es lauwarm vor sich hin, da friert man beim Duschen.

Der Nachmittag war dafür wunderbar, wir fuhren nach Huacachina, einer Oase inmitten von Sanddünen. Um eine fußballfeldgroße Lagune erheben sich Palmen und natürlich Hotels, Restaurants und Läden für den touristischen Bedarf. Wir buchten eine Buggytour durch die Dünen, inklusive Sandboarding. Der Fahrer strapazierte unsere Nerven und Steißbeine mit achterbahnartigen Fahrmanövern. Stellt euch vor, mit hoher Geschwindigkeit eine Düne raufzufahren, dann über den Kamm ins Nichts zu springen, für einen kurzen Moment ist man schwerelos, die Nase des Fahrzeugs senkt sich wieder, man trifft auf Sand, wird immer schneller, kracht in der Bodenwelle nach unten, und das immer wieder. An einigen Stellen bestiegen wir dann die Sandbretter, rudimentäre Snowboards mit Klettverschlussschlaufen für die Schuhe. Anfangs versuchte ich in kontrollierter Snowboardmanier die Dünen runterzukommen. Lustiger war aber die Variante auf dem Bauch. Dabei fasst man mit den Händen die vorderen Fußschlaufen und kann mit den Fußspitzen nach Bedarf bremsen. Den letzten Hang rutschten wir zu dritt um die Wette. Dazu eine schöne Wüstenlandschaft im Abendlicht. Das fühlt sich doch schon mehr nach Urlaub an.