Paracas

Früh um sechs waren wir am Busbahhof in Lima, denn um halb sieben sollte unsere Fahrt starten. Es war fast wie am Flughafen, es gab einen Innenhof, wo die Taxis parken konnten, einen Fahrkartenschalter, für den man ein Ticket ziehen musste und drei Abfahrgates. Das Gepäck gaben wir ab, darum mussten wir uns nicht mehr kümmern. Beim Heraustreten wurden wir noch mit einem Metalldetektor überprüft und im Bus unsere Gesichter gefilmt. Das alles soll Raubüberfälle von Mitreisenden verhindern.

Das Businnere erinnerte auch an ein Flugzeug, an jedem Platz lagen ein Kissen und eine Decke bereit. Unsere Reise dauerte knapp vier Stunden. Entlang der ganzen Strecke sahen wir heruntergekommene Siedlungen, auch am Ziel sah das nicht besser aus. In Paracas warten Galapagos-ähnliche Inseln auf die Touristen.

Ein komisches Gefühl, in so einer Gegend auszusteigen. Aber am kleinen Busbahnhof im Strandstil sahen wir plötzlich andere Rucksacktouristen, europäische Gesichter. Das war in Lima nie so gewesen, dort waren wir immer die gefühlten einzigen Europäer inmitten der etwas kleineren und dunkleren Peruaner.

Sofort wurden wir belagert, der Busbahhof verstand sich als Komplettabieter von Unterkunft, Inseltouren und Gastronomie. Doch wir gingen einfach los, in Richtung Dorfkern. Auch unterwegs bestürmten uns nette und hilfsbereite Bootstour- und Hostalvermittler. Wir landeten in einem Backpacker-Hostal mit Reihen von Holzhäuschen.

Den Tag verbrachten wir mit Essengehen und einem ausgedehnten Strandspaziergang. Das Wetter ist noch immer bewölkt und kühl, ist gerade nicht so Strandsaison. Nachdem wir den Ort hinter uns gelassen hatten, folgte eine verlassene Strandvilla auf die andere. Der Strand war voller Algen und gestrandeter Quallen. Am Ende dieser Villenreihe schauten wir noch zwei Kite-Surfern zu, die ihre Runden drehten. Gelegentlich sprangen sie spektakulär durch die Luft. Ein schönes Hobby.