W. (Oliver Stone)

W. ist ein Filmporträt von George W. Bush, dem in Deutschland nicht so beliebten 43. US-Präsidenten. Bemerkenswert an diesem wenig bekannten Film ist die schauspielerische Leistung von Josh Brolin, der Haltung, Mimik und Tonfall von Bush junior perfekt imitiert. Eine solche Darbietung verlangt intensives Training.

Und leicht hatte George W. es wahrlich nicht. Sein übermächtiger und erfolgreicher Vater war nie zufrieden, musste ihm aber auch häufig unter die Arme greifen, aus dem Gefängnis holen, Jobs verschaffen. Und selbst dann, wenn er etwas erreicht hat, wird das durch die Schützenhilfe seines Vaters relativiert. Aber er zeigt es dann doch allen und wird Präsident.

Aufschlussreich sind vor allem die Kabinettsbesprechungen, wo er die Leute anhört, um schließlich intuitiv und impulsiv Entscheidungen von globaler Tragweite zu treffen. Im Film ist Colin Powell der einzige Bedenkenträger bei der Diskussion um den Irak-Krieg. Alle anderen sind dafür, vor allem Dick Cheney und Bush freut sich, den vermeintlichen Fehler seines Vaters endlich zu korrigieren und Saddam zu stürzen. Es sind diese Momente des historischen Sendungsbewusstseins, die haften bleiben. Man nimmt es ihm einfach ab, dass er glaubte, das Richtige zu tun, dass er der Welt einen Dienst erwies.