Krafttraining

Ich wollte mal was Neues probieren, meine Grenzen verschieben. Und unter Krafttraining verstand ich bislang stets etwas Langweiliges für hirnlose Zeitgenossen. Was reizt Leute daran, wertvolle Stunden ihres Lebens an einem derartigen Ort mit monotonen Übungen zu verbringen?

Anlass war für mich der Start unseres Frischfleisch-Theaterprojekts, bei dem wir uns anfangs recht frei für eine Rolle entscheiden konnten. Wir sollten uns eine Zeitschrift aussuchen, irgendeine. Meine Wahl war Men’s Fitness und bereits das Cover offenbarte mir recht deutlich, warum Menschen sich mit seltsamen Übungen quälen – um ein bisschen so auszusehen.

Ein erster Abstecher in den Kraftraum der ETH-Polyterrasse war wenig erfreulich. Viele Geräte mit vielen Einstellmöglichkeiten, ich fühlte mich völlig verloren und war nach wenigen Minuten wieder draußen. Besser war dann die Teilnahme an einer Kraftberatung, der ASVZ bietet das regelmäßig an. Auf einem praktischen Faltblatt stellte mir der Trainer ein Basisprogramm zusammen, sechs Übungen an verschiedenen Geräten. Wichtig waren die Einstellungen der Geräte und die zu wählenden Gewichte, Wiederholungen und Sätze.

Mit diesem Programm war dann alles klar. Wann immer ich Zeit fand, ging ich in den Kraftraum und füllte langsam aber sicher meinen Trainingsbogen. Und ich steigerte auch im Lauf der Zeit die Anzahl der Wiederholungen und die Gewichte. Und ja, es ist irgendwie toll, man entwickelt seine Kräfte klar messbar. Es ist außerdem ein Training, das man ganz allein ohne großen Koordinationsaufwand betreiben kann. Und so bin ich jetzt bereits am zweiten Trainingsbogen mit einem veränderten Programm. Wartet mal ein halbes Jahr, dann werdet ihr mich nicht wiedererkennen.