Laufen im Irchelpark

Nach dem Hagelsturm vom Sonntag liegen noch etliche Äste und Blätter auf der Finnenbahn. Drei Runden habe ich mir vorgenommen, etwas mehr als drei Kilometer. Nach einer anstrengenden Zeit mit vielen Verpflichtungen brauche ich Zeit für mich, möchte meine vernachlässigte Kondition aufbauen.

Und Laufen ist so schön einfach, Turnschuhe an, über die Straße in den Irchelpark und los geht’s. Die Runde ist schön, meist gelenkschonend mit Holzspänen versehen, vorbei am kleinen See, von dem nachts die Frösche lauthals quaken, vorbei am Irchel-Campus, durch einen mit Beton eingefassten Gang der Sportanlage, links die Tennisplätze, um drei runde Türme, in denen wohl Wasser schlummert, rechts der dröhnende Verkehr der Hirschwiesenstraße, durch viel Wald, ein vom Sturm geknickter Zweig hing gestern noch hinunter, matschiger war es hier auch mal, schon fast trocken heute, links die Wiesen vor dem See von der anderen Seite, rechts die Haltestelle Milchbuck, über die steinernen Wege mit langsam trottenden Studenten, ich überhole zwei Joggerinnen, die Beine fühlen sich müde an, nicht übertreiben, drei Runden reichen, mein gescheites Telefon zeichnet alles auf, jetzt spricht sogar eine Stimme mit Angaben zum ersten Kilometer, wird nicht so der Hit heute, ein Tag Pause reichte nicht aus, die Beine sind immer noch schwer.

Zuhause merke ich, dass mein gescheites Telefon mich wo ganz anders gesehen hat, etwa einen Kilometer westlich auf einem eigenartig gezackten Kurs. Das GPS-Signal hatte heute einen schlechten Tag, die aufgezeichneten Daten sind für die Katz. Es war also alles umsonst. Obwohl, der Irrtum des Systems macht aus mir einen viel flotteren Läufer als sonst.