Worauf warten wir?

Einst kommt der Tag,
an dem ich endlich alles sag’
und dann nur seh,
du hörst mich nicht.
Du hast zu oft
ein Wort erhofft,
nun ist dir gleich,
was der Mann da spricht.

Einst kommt der Tag,
an dem ich tun will,
was ich mag,
und plötzlich fühl’,
ich mag nichts mehr.
Er kommt schnell,
viel zu schnell,
doch wann,
das merkst du erst hinterher.

Wenn nichts mehr geht,
erst viel zu spät,
dann wird man klug;
was fängt man dann
mit Klugheit an?

Einst kommt der Tag,
da ich nicht mehr leben mag
und schlagartig spür’,
ich bin längst tot.

Jetzt tut’s mir leid,
jetzt hätt’ ich Zeit,
jetzt frag’ ich, warum?
Doch meine Zeit ist um.

Wenn nichts mehr geht, erst viel zu spät,
dann wird man klug;
was fängt man dann
mit Klugheit an?

Einst kommt der Tag,
an dem ich gar nichts mehr verschieb’
und dir endlich zeig’,
ich hab’ dich lieb,
nicht erst dann,
irgendwann,
jetzt und hier –
worauf warten wir?

Herman van Veen, 1999

Für die Trauerfeier meines Vaters durchsuchte ich seine Musik. Herman van Veen war immer ein Thema gewesen, seine Musik war mir seit der Kindheit vertraut. Und so fand ich dieses wundervolle Lied, welches vieles zum Ausdruck bringt, was mir in letzter Zeit durch den Kopf ging.