Habe ach! studiert (Studententheater Zürich)

Das StuThe versprach einen Abend frei nach Faust, der sich aber doch nur sehr sporadisch in die freien Szenen aus dem Studentenleben hineingeschlichen hatte.

Den roten Faden durch den Abend verkörperte der stets präsente Teufel (Lukas Wallimann), der als Universitätsprofesser einführte und dann auch mal in diesen und mal in jenen Studenten schlüpfte. Der Teufel wollte die Studenten von ihrem geraden Weg des Lernens abbringen, säte Zwietracht in der Bibliothek, weckte den Wunsch nach dem spontanen Wechsel des Studiums, vergällte die Freude an der Forschung, am Arbeits- und Liebesleben und sogar an der Gründung eines eigenen Unternehmens. Und am Ende lockte er jeden Einzelnen mit dem, was ihm am meisten bedeutete, als Gegenwert wollte er nur die Seele in Form eines blauen Ballons. Doch irgendwie entdeckten sie ihn dann doch, verjagten ihn und waren so schlau wie zuvor.

Die Szenen waren durch Improvisation entstanden und wirkten dadurch recht natürlich. Für die Darsteller war das sicher eine große Erleichterung, konnten sie so mit eigenen Worten und im Schweizer Dialekt reden. Die Szenen waren ein Spagat zwischen Improvisation und einstudierter Aufführung. Und ganz so wie bei Impro-Abenden üblich gelangen einige recht gut und andere wollten einfach nicht so recht zünden. Aber die richtig guten Szenen kamen eher zum Ende hin, so dass der Spannungsbogen insgesamt stimmte.

Was ließe sich verbessern? Ich sah vor allem Potenzial bei der schauspielerischen Leistung. Die Emotionen saßen an einigen Stellen nicht richtig, die Wut der Studienberaterin wirkte künstlich und auch an anderen Stellen fehlte mir das Feine und Nuancierte. Konzeptionell inkonsequent war die Sichtbarkeit des Teufels, erst in der Rolle des Universitätsprofessors quasi als reale Person eingeführt, war er dann unsichtbar und wirkte als böse innere Stimme, um später dann plötzlich doch wieder zunehmend sichtbar zu werden.

Immer wieder schön der Einsatz theatralischer Mittel. Die Ikea-Regale machten zahlreiche Verwandlungen durch, vom Tisch einer Alphütte bis zu Bäumen im Park und einer gemalten Mauer. Das ist die Macht des Theaters – mit kindlicher Vorstellungskraft verwandelt sich alles und es reichen minimalste Andeutungen zum Kreieren einer Szene.