Alles von Max Frisch (Theater Neumarkt)

Zu Ehren des bekannten Schweizer Schriftstellers Max Frisch konzipierte das Theater Neumarkt einen Abend mit improvisierten Szenen aus dem Werk Frischs. Das Konzept ging nicht auf, abgesehen von einigen wenigen geglückten Szenen war der Großteil langweilig und unspektakulär.

Schuster, bleib bei deinen Leisten! Das möchte ich dem Theater Neumarkt zurufen. Warum um Gottes Willen lasst ihr genau die Leute spielen, die keine Schauspieler sind? Die nicht die Ausbildung haben, nicht die Stimme, nicht die Erfahrung, die es einfach braucht, um diese Szenen schnell und wirkungsvoll zu improvisieren? Sie klebten an den Textblättern, kaum Blickkontakt zum Publikum, dilettantisches Spiel, kaum Verständnis für die Emotionalität der Szene. Wie auch, waren es doch all jene Angestellten, die am Theater jenseits der Bühne wirken, angefangen von der Direktorin Barbara Weber, über den Technischen Direktor Andreas Bögel bis hin zu aktuellen und ehemaligen Praktikanten im kaufmännischen Bereich. Sicher tolle Leute, die in ihren Disziplinen Wunderdinge vollbringen, aber aben keine Darsteller.

Dabei waren durchaus interessante Texte dabei, zwei Szenen aus Mein Name sei Gantenbein – einem meiner Lieblingsbücher. Auch Don Juan war vertreten, sogar mit den fechtenden Vettern, Montauk, Biografie: Ein Spiel. Schöne gehaltvolle Texte, die für das Improvisieren aber etwas zu komplex sind. Der Spagat zwischen Improvisation und Reproduktionstheater gelang einfach nicht. Und irgendwie merkte man es auch den Darstellern an, sie probierten sich aus, aber es wollte einfach nicht so recht zünden.

Aber so war dieser Abend ein gutes Beispiel für die Verdeutlichung und Würdigung des künstlerischen Prozesses, denn von der ersten Leseprobe zur spielfertigen Szene ist es ein weiter Weg. So vieles muss zusammen kommen, damit eine stimmige Szene entsteht. Der Text ist nicht mehr als ein Gerüst, innerhalb dessen so vieles nötig und möglich ist.