Tiere essen (Jonathan Safran Foer)

Man kann dieses Buch nicht so recht einordnen. Es ist autobiografisch, enthält viele Zahlen zum Thema, schildert kriminalistische Augenzeugenberichte von den Zuständen in Tiermastanlagen und Schlachthäusern, nutzt typografische Mittel für Denkanstöße und lässt auch die Fürsprecher der Fleischproduzenten zu Wort kommen. Und diese Collage aus verschiedensten Gattungen funktioniert, das Thema wird abwechslungsreich von verschiedensten Perspektiven beleuchtet. Originell zum Beispiel die Einstiegsfrage, warum wir eigentlich keine Hunde äßen, bei den vielen Streunern käme eine ganze Menge Fleisch zusammen. Die weitere Argumentation richtet sich eher nach der Hauptlinie der Fleischkonsumkritiker, die Zustände in den Mastanlagen und Schlachthäusern, das Leiden der überzüchteten Tiere, die Umweltproblematik und die Seuchengefahr.

Die Stoßrichtung ist klar, als verantwortungsbewusster Weltbürger kann man unter den derzeitigen Zuständen nicht guten Gewissens Fleisch essen. Der Dioxinskandal zum Jahresanfang untermauert diese Schlussfolgerung einmal mehr, es geht um Profit und weder um das Wohlergehen der Tiere noch um das der Konsumenten.

Und so bleibt am Ende das Abwägen zwischen einer kurzen Gaumenfreude und dem hohen ökologischen und ethischen Preis. Ein jeder kann selbst entscheiden, ich versuche es seit Anfang Januar vegetarisch. Ein Testmonat wird mir zeigen, ob das geht und wie ich mich dabei fühle.