Friedrich Dürrenmatt – Die Panne (Regie Lars-Ole Walburg)

Schön, Theater mal wieder passiv zu erleben, einfach dasitzen und genießen. Das Schauspielhaus spielte Die Panne von Friedrich Dürrenmatt.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Der Geschäftsmann Alfred Traps hat eine Panne und strandet in einem kleinen Dorf. Da alle lokalen Gasthäuser durch ein Treffen des Kleintierzüchter-Vereins besetzt sind, empfiehlt man ihm das Haus eines pensionierten Richters. Dort wird er herzlich empfangen, der Hausherr hat zudem noch ein paar ebenfalls pensionierte Kollegen zu Besuch. Der Gast soll an einem Spiel teilnehmen, die alten Herren inszenieren eine Gerichtsverhandlung in ihren alten Rollen. Traps steht als Angeklagter im Mittelpunkt der Verhandlung. Das Verbrechen ist ebenfalls rasch gefunden, sein ehemaliger Chef starb an einem Herzinfarkt, woran Traps durch eine Affäre mit der Frau des Chefs einen gewissen Anteil hatte. Am Anfang noch von seiner Unschuld überzeugt, hält sich Traps nach dem Verhör des gewieften Staatsanwalts schließlich für schuldig und erhängt sich nachts in seinem Zimmer.

Der Regisseur setzte zur Umsetzung dieses handlungsarmen Stückes auf Rituale und Wiederholungen, musikalische Einlagen und ein bombastisches Bühnenbild mit vertäfelten Wänden, Parkettboden und sich absenkenden Lampen. Es war schön zu sehen, wie wenig es manchmal braucht. Die Panne stellte der Darsteller des Geschäftsmannes vor schwarzem Vorhang durch Mundgeräusche dar. Dafür war das Anstoßen bei den gefühlten zwanzig Gängen durch ein eingespieltes Geräusch realisiert, wohl aus Zeit- und Klanggründen. Es zog sich schon etwas, die Stühle um mich knarrten immer mehr. Dennoch, eine gelungene Inszenierung des Klassikers, welche die Themen Schuld und Sühne in den Mittelpunkt stellte.