Auf dem Weg zum Monolog

Der Theater-Monolog kann zur Sternstunde eines Schauspielers werden. Du hast die Bühne ganz für dich allein und an dir allein liegt es auch, ob sich die Zuschauer prächtig amüsieren oder zu Tode langweilen. Was macht einen guten Monolog aus? Wie bereitest du dich optimal darauf vor?

Gute Monologe, schlechte Monologe

Bei einem guten Monolog schaffst du es, deine Gedanken und Erinnerungen lebendig werden zu lassen. Die Zuschauer sehen, was du siehst, hören, was du hörst und spüren, was du spürst. Und das, obwohl das alles nicht real ist, sondern der Feder eines Autors entsprang. Das wichtigste an einem guten Monolog ist also Lebendigkeit und Authentizität.

Leider kann man auf der Bühne oft das Gegenteil beobachten. Die Schauspieler rattern den Text runter, man langweilt sich und schaltet nach ein paar Sätzen ab. Es fehlt die Lebendigkeit, der Text ist dem Darsteller fremd geblieben, man sieht keine Bilder, hört keine Klänge, spürt nichts außer dem Wunsch, dass der Monolog bald ein Ende haben möge.

Vorbereitung

Eine spannende Vorübung ist das Erzählen einer persönlichen Geschichte auf der Bühne. Diese wirken meist sehr lebendig, da du direkt aus deinem Leben erzählst und echt berührt bist. Und du wirst die Geschichte auch nicht streng chronologisch erzählen, immer wieder springst du hin und her zu den Bildern, welche die Erinnerung gerade hergibt. Es ist auch nicht perfekt gesprochen, du stockst, suchst nach Worten, verhaspelst dich, lässt Sätze unvollendet – all das trägt zum lebendigen und authentischen Charakter bei.

Bei einem Theater-Monolog versuchst du nun, möglichst viel von deiner persönlichen Erzählweise zu retten, ganz wird es dir nicht gelingen. Es bleibt einfach ein Riesen-Unterschied, ob du dich an etwas erinnerst, was du wirklich erlebt hast oder ob du einen dir fremden Text verwendest.

Weitere Techniken sind die sensorische Erarbeitung von Emotionen (Sinnesreise, Auslöser für Emotionen finden und kultivieren) und Rollenmodelle (wir probieren das gerade mit Tieren, Menschen gehen natürlich auch). Denn selbst wenn es dir gelingt, den Monolog lebendig zu gestalten, musst du immer noch in der Rolle sein und den Charakter plastisch darzustellen.