Aufbaukurs Stanislawski-Strasberg, 3. Lektion

Aufwärmen, Sinneserinnerung

Es begann wie immer, körperliches Aufwärmen, Stimme trainieren, Zazen. Aber die Sinneserinnerung orientierte sich am Stück. Wir hatten als Hausaufgabe das zweite Bild analysiert und sollten die Emotionen von dort mit Hilfe von Sinneserinnerungen erarbeiten. Leider hatte ich wenig Zeit gehabt, ich wollte das Gefühl äußerster Sattheit und Müdigkeit reproduzieren und erinnerte mich an einen lange zurückliegenden Besuch im chinesischen Restaurant, nach dem ich mich extrem unwohl fühlte und den Rest des Tages im Bett verbrachte. Es war aber keine kurze, heftige Emotion sondern eher ein Körpergefühl, eine Stimmung, in die ich mich dadurch hineinversetzte.

Unser Leiter versuchte diesmal sehr eindringlich, uns aus dem Konzept zu bringen. Wir sollten ihn ansprechen, er schubste uns, ließ laute Musik laufen – ich kam einige Male aus dem Konzept. Außerdem sollten wir in der Emotion herumlaufen und die anderen Teilnehmer ansprechen, auch das war nicht ganz einfach.

Arbeit am Stück

Diesmal analysierten wir ein Bild näher, indem wir Abschnitte oder Sinnpakete identifizierten. Einfach Striche gezogen und Überschriften formuliert. Es ist jedoch eine Kunst für sich, diese Überschriften zu finden, es gibt da naturgemäß keine “richtige” Lösung. Nach dieser inhaltlichen Aufteilung suchten wir nach den Emotionen der Figuren in der Szene. Auch da ergeben sich Abschnitte und Umbrüche. Die Emotionen sind eine wichtige Basis, wir sollten auch aktive und reaktive Emotionen unterscheiden. Wichtig ist, dass die aktiven Emotionen gut erarbeitet werden, bei den reaktiven kann man ja immer noch auf den Partner hoffen.

Zur Überprüfung der Emotionen setzten wir das Mittel der emotionalen Lesung ein. Wir lasen das Stück wieder mit verteilten Rollen und versuchten die Emotionen mit anklingen zu lassen.

Als Hausaufgabe sollen wir weiter an den Hauptemotionen der Szene arbeiten. Vor allem die aktiven und die frühen Emotionen.